100 Jahre H.A.P Grieshaber

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H.A.P. Grieshaber, Dresden, Nürnberg Dürer, 2.Fassung, 1970, Farbholzschnitt, 230x120cm (Katalog: Albrecht Dürer zu Ehren) Grieshaber setzte sich seit 1932 mit der mittelalterlichen Holzschnitttechnik auseinander. Sie wurde früh zu seinem wichtigsten Medium. Unter den Nationalsozialisten war der Künstler vom Ausstellungsverbot betroffen. Seine Arbeiten konnte er nur in getarnten Ausstellungen zeigen. In dieser Zeit verdiente Grieshaber sein Geld als Hilfsarbeiter und Zeitungsausträger. 1940 wurde er Soldat und geriet 1945 in belgische Kriegsgefangenschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg erneuerte Grieshaber den Holzschnitt in Deutschland rundum und entwickelte ihn zum eigenständigen monumentalen Wandbild.

Titelbild: H.A.P. Grieshaber, Dresden, Nürnberg Dürer, 2.Fassung, 1970, Farbholzschnitt, 230x120cm (Katalog: Albrecht Dürer zu Ehren)

Einige von Grieshabers Arbeiten erinnern an die Flugblätter des Spätmittelalters. Aufrufe und Meinungsmache in prägnanter Form, mit denen Grieshaber nicht nur den Kunstkenner ansprechen wollte. «Die Menschen zu erreichen, das interessierte ihn, inspirierte ihn. Um die, die ohnehin schon da waren, musste man sich nicht viel kümmern», beschrieb einst die Nachlassverwalterin Margot Fürst den Künstler.

Der in Rot an der Rot in Baden-Württemberg geborene Künstler lebte lange Zeit am Fuße der Schwäbischen Alb im Raum Reutlingen. Er lernte zunächst Schriftsetzer und studierte an der Staatlichen Buchgewerbeschule in Stuttgart Kalligraphie. Nach dem Studium verbrachte er viel Zeit im Ausland – etwa in Ägypten.

Während eines sechsmonatigen Aufenthaltes in London war er als Illustrator und Buchgraphiker für die «Vogue» tätig. Grieshabers Vorbilder waren zunächst die frühen Bauhaus-Künstler, vor allem Lyonel Feininger und Paul Klee. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren für ihn Künstler wie Marc Chagall, Max Beckmann oder Pablo Picasso wichtige Bezugspunkte. Grieshaber arbeitete eng mit Künstlern der DDR zusammen. Von 1972 bis 1979 war er Mitglied des Internationalen Komitees der Biennale der Ostseestaaten in Rostock.

Ausstellung: Sonntag 15. Februar bis Montag 1. Juni 2009

100 Jahre H.A.P. Grieshaber

 

Quelle: Städtisches Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen, Spendhausstraße 4, 72764 Reutlingen

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 11 Uhr bis 17 Uhr, Donnerstag 11 Uhr bis 19 Uhr Sonn- und Feiertag, 11 Uhr bis 18 Uhr, Montag geschlossen

Weiterführende Informationen: http://www.reutlingen.de/ceasy/modules/cms/main.php5?cPageId=56&view=publish&item=eventDate&id=2702