artnori präsentiert den künstlerischen Standpunkt von Lars Herrmann

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Lars HerrmannDie Säulen der Kunst von Lars Herrmann sind die Form, das Handwerk und der Inhalt. Die handwerklich in bestmöglicher Qualität gebildeten und den Inhalt tragenden Formen müssen sich über Proportion, Ordnung und Organisation zu einem verdichteten Formengebilde steigern.
Besonders in den ersten Jahren seiner künstlerischen Tätigkeit entstanden Werke von Herrmann, die die natürliche Bildatmosphäre vollkommen verließen und an die surrealen Wurzeln erinnern.
Mit dezenten Konturen seiner Zeichnungen stellt er allerdings ohne flächige Elemente oder Einrahmungen, die gegenständliche Eindrücke wie Landschaften und Personen in individueller Ausdrucksweise bis zur Perfektion dar.
Die Beherrschung des künstlerischen Handwerks – hier an erster Stelle das Zeichnen – ist unerlässliche Voraussetzung für seine Arbeit. Der Kunstfreund findet durch wohlgestaltete Formen Freude am Bild und Zugang zur dargestellten Bildwelt.
Zur sinnlichen Erfahrbarkeit über das Auge gehört das Material in dem ein Bild ausgeführt wird. In der Zeichenkunst sind das: Papier, Kugelschreiber (Bleistift) und weniger die Farbe. Die Materialien für sich genommen sind nichts. Sie stehen für keinen Inhalt, sie selbst können kein Thema sein.
Daraus wird ersichtlich, dass er mit seinen Materialien immer einen Inhalt bewältigen muss. Zur glaubhaften Darstellung eines Inhaltes gehört die Beherrschung des Materials, also des Handwerkes.

„Alles Zeichnen ist nützlich, und alles zeichnen auch.“ Adolph Menzel
Quelle: Lars Herrmann / artnori


Lars Herrmann
Bild: Zeichnung „ Der Schrack an den Weiden“
Technik: Kugelschreiber auf Papier
Abmessungen: 59x42
Jahr: 2008

Weiterführende Informationen zum Künstler Lars Herrmann finden Sie unter www.artnori.de – Künstler

Das artnori Kunstportal:
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Das Handwerk von Lars Herrmann

Irgendwann, es war 1987, nahm Lars Herrmann statt des Bleistiftes oder der Tusche einen Kugelschreiber in die Hand und kugelte sozusagen erstmals ein Bild auf das Papier. Damals natürlich noch in Blau.
Bald fand Herrmann die Vorteile des Kugelschreibers heraus: er ist weicher als die Tusche, doch dunkler und beständiger als der Bleistift. Bei genügend Übung lassen sich sämtliche Grauwerte erzielen und man kann sogar abschätzen, wann er anfängt zu klecksen und auszuschmieren. Dabei verblasst der Kugelschreiber nicht und behält auch auf große Abstände seine Wirkung – filigrane Linien und klaren Kontrast. Herrmann hatte also sein Medium gefunden. Endlich konnte er dem Bildraum die Tiefe verleihen, die er wünschte. Gleichzeitig konnte er seine Vorliebe für das Detail noch besser zur Geltung bringen.

Mit dem Zeichnen verhält es sich wie mit dem Leben: aus Einfachem wird Komplexes, das Komplizierte setzt sich aus Simplem zusammen. Die Medien der Zeichnung sind der dunkle Stift und das weiße oder eingefärbte Blatt. In ihrer stärksten Ausprägung bilden sie mit Schwarz und Weiß das höchste Kontrastpaar als Komplementäre. Sie zeigen sowohl die An- oder Abwesenheit von Licht als auch die größte Volumenausprägung (Weiß vorn – Schwarz hinten). Nicht zuletzt geben sie die Raumwerte weiteste Ferne (Weiß oder Schwarz) oder nächste Nähe (Schwarz oder Weiß). Am konsequentesten werden die genannten Bildelemente in der reinen Strichzeichnung (Leonardo, Picasso) umgesetzt. Es entscheidet ausschließlich die Strichdicke über Kontrast, Licht, Volumen und Raum. Es gibt keine Schraffur.

In der Schraffurzeichnung können theoretisch unendlich viele Graustufen zwischen Schwarz und Weiß liegen. Hier wird aus Strichen die Schraffur, diese bildet stoffliche Struktur, körperliches Volumen, imaginären Bildraum, sowie Licht und Schatten. Es sind alle möglichen Arten von Strichen denkbar. Die Strichart richtet sich zunächst nach der zu bildenden Schraffur. Sie kann aus nebeneinander liegenden Strichen, aus gekreuzten Strichen (Kreuzschraffur) oder aus mehreren Lagen aufeinander geschichteter Striche bestehen. Art und Dichte der Schraffur bestimmt der abzubildende Gegenstand. Wasser verlangt eine andere Schraffur als Stein oder Holz. Das darzustellende Objekt wirkt sich natürlich auch auf die Wahl der Form des Striches aus. Um ein Bild zu gestalten, muss man das Gegenstandsvolumen, den Ort des Körpers im Bildraum und die Lichtregie beachten. Zum Schluss muss die kompositorische Funktion der Figur festgelegt werden. Die genannten bildkünstlerischen Überlegungen sind nicht streng getrennt voneinander, sondern bedingen sich einander. Das Handwerk fließt bei dessen Beherrschung vom Kopf in die Hand.

Das Handwerk von Lars Herrmann

Manche der Arbeiten zeigen die typische einfache oder Kreuzschraffur. Die Rundungen der Volumen werden von den Strichen nachempfunden, um Körperlichkeit zu erzeugen. Viellagige Schraffuren werden nur für dunkelste Schattenzonen bzw. für hinterste Volumenrundungen eingesetzt, die von Konturlinien begrenzt sein können. So entsteht eine Zeichnung, die von der Definition der Körper ausgeht und so die Lichtregie führt. Weiche Übergänge der Körper untereinander finden kaum statt. Andere Werke zeigen die chaotische, mehrlagige Schraffur. Sie zeichnet kaum noch die körperlichen Rundungen nach, sondern modelliert nach Lichteinfall. Konturierungen sind selten geworden – manchmal stehen schraffierte Flächen neben rein konturierten Partien. Die Bilder wirken weicher. Übergänge, Überlagerungen und Durchdringungen zwischen verschiedenen Körpern sind nun möglich.

DAS HANDWERK von Lars Herrmann ein Bericht von Philipe Jacintus, übersetzt von E. Kremmerz in Zusammenarbeit mit der Kunstgalerie artnori.

Je mehr man versucht zu revolutionieren, desto mehr bleibt alles beim Alten. Salvador Dali

Bild von Ikone

In Liebe zu Horst Janssen

Beeindruckend wie Lars Herrmann dunkle, kontrastreichen Portraits von eigenwilliger Härte zeigt. Hinzu kommen phantastisch-bizarre Landschaften und Aktdarstellungen, die in ihrer unterkühlten Erotik und sachlich-realistischen Malweise von überraschender Ausstrahlung sind.

Eine Kunstdisziplin die heutzutage wenig oder gar nicht gepflegt wird oder was ich vermute, mit dieser präzisen Zeichenkunst und Arbeitsintensität wohl nicht mehr so leicht auszuführen ist.
Wie Janssen bedient er sich durchaus traditioneller Stilmittel.
So zeigt Herrmann vieler seinen Portraits aus der Serie „Wüstenplanet“ in der Komposition deutliche Verwandtschaft mit Janssens Selbstdarstellungen, sowohl in der Pose als auch in der verschattete Gesichtshälfte.
Die Zeichnungen mit Kugelschreiber / Tusche und teilweise mit Bleistift sind bemerkenswert, den in Deutschland noch zu unrecht wenig bekannten Künstlers.

Ich bin beeindruckt, hoffentlich bald mehr von Lars Herrmann!
Schöne Grüße
Ikone