
Am 10. Juli 2008 eröffnete in Berlin - Charlottenburg im Beisein von Kulturstaatsminister Bernd Neumann die Sammlung Scharf-Gerstenberg.
Die Sammlung Scharf-Gerstenberg zeigt hochkarätige Werke der Surrealisten und ihrer Vorläufer. Das Spektrum der Künstler reicht von Piranesi, Goya und Redon bis zu DalÃ, Magritte, Max Ernst und Dubuffet.
Fast alle Mitglieder der Surrealistengruppe sind mit ausgewählten Arbeiten in der Sammlung vertreten. Größere Werkgruppen gibt es insbesondere von René Magritte, Max Ernst und Hans Bellmer, jedoch auch von Wols und Paul Klee. Die zentralen Bildstrategien des Surrealismus wie beispielsweise Kombinatorik, Metamorphose und reiner psychischer Automatismus werden durch zahlreiche meisterhafte Beispiele vor Augen geführt.
Der Surrealismus steht in einer bedeutenden Traditionslinie der abendländischen Kunst. Zu den frühesten Werken der Sammlung zählen Piranesis Darstellungen phantastischer Kerkerarchitekturen sowie die albtraumhaften Spukgestalten in Goyas Radierungen. Der französische Symbolismus des späten 19. Jahrhunderts ist mit Bildern von Odilon Redon oder Gustave Moreau ebenso vertreten wie sein deutsches Pendant in Gestalt von graphischen Zyklen Max Klingers.
Erweitert wird das Spektrum der gezeigten Kunst durch ein Filmprogramm, das klassische surrealistische Filme von Luis Buñuel und Salvador Dalà ebenso umfasst wie Filme zeitgenössischer Künstler, die auf den Surrealismus Bezug nehmen oder dessen formale Mittel verwenden.
Kontakt
Sammlung Scharf-Gerstenberg
Staatliche Museen zu Berlin
Schloßstraße 70
14059 Berlin
Tel.: +49(0)30 - 3435-7315
www.smb.museum/ssg
Öffnungszeiten
Di - So: 10 - 18 Uhr
Ausführlicher Bericht der Sammlung siehe „WELT-Online“
http://www.welt.de/welt_print/article2197428/Berlins_juengstes_Museum.ht...
Weiterführende Informationen der Berliner Museumslandschaft unter: http://www.museumsportal-berlin.de/museen/museum-details/museum-scharf-g...
Kommentare
Schlag auf Schlag
Seit geraumer Zeit, in Deutschland massiv zumindest seit 1945 wird die Kunstgeschichte als ein eindimensionaler, folgerichtiger und unumkehrbarer Prozess hin zur Moderne und Postmoderne betrachtet. Quasi eine stetige Abfolge sich ablösender Avantgarden und ihrer „Ismen“.
Ein flüchtiger Blick in die einschlägigen Museen und Kunsthäuser belegt diesen Befund auch optisch.
Welch Öde und gähnende Langeweile macht sich breit!
Die stets gleiche Anordnung der gleichen Künstler mit immerhin unterschiedlichen Werken wird uns präsentiert. An eben diesem ausgestellten Geschichtsbild war bereits wesentlich die private Sammlertätigkeit und eine ebenso auf das „Neue“, skandalöse Moment gerichtete Kunstkritik des frühen 20. Jahrhunderts maßgeblich beteiligt. Diese unheilige Allianz aus Kritik, privatem sowie öffentlichem Sammlertum, Galerie und Kunstgeschichte – heute zum mächtigen Klüngel ausgewachsen – besteht fort.
Über dieses nicht selten heikle Abhängigkeitsverhältnis wurde viel diskutiert – auch hier im Forum. Wie einfach und genau vermessen sieht heute doch der oftmals chaotische und wuchernde Garten der Kunst und Kunstgeschichte aus!
Dabei könnten bereits innerhalb der kanonischen Moderne interessante Sichtweisen ganz neuartige Ausstellungen hervorrufen.
Zum Beispiel: Was hat die äußere Gestalt des Künstlers für eine Auswirkung auf sein Werk?
Gesamtheit der nationalen künstlerischen Produktion muss zur Kenntnis genommen werden, das muss Einfluss auf die Ankaufspolitik öffentlicher Einrichtungen haben (auch im Kanzleramt und im Bundestag hängen die immer gleichen Künstler!), das ist besonders für wenig bekannte Künstler wichtig, da diese oftmals am Existenzminimum existieren müssen,
hier muss der Staat Verantwortung für die Künstler als der kreativen Elite des Landes übernehmen.