
Auf der 53. Kunstbiennale Venedig werden sich mehr Künstler aus aller Welt präsentieren als je zuvor. 77 Länder sollen vom 7. Juni bis 22. November mit einem eigenen Pavillon in Venedig vertreten sein, darunter zum ersten Mal gemeinsam Israel und der Iran. Das gab Biennale-Präsident Paolo Baratta in Rom bekannt. Mehr als 90 Künstler sollen an dem diesjährigen Art-Spektakel teilnehmen.
Titelbild: Venedig - Rialtobrücke, Fotografie © Herbert Liedel
Etwas Neues ausprobieren
Den Anspruch der diesjährigen Biennale, anders zu sein, Kunst als intellektuelles Abenteuer anzusehen und sich nicht bloß, wie es viele Großausstellungen tun, dem Markt anzudienen, betont auch der mit angereiste Paolo Baratta, der als Präsident der Biennale Venedig nicht nur für Bildende Kunst sondern auch für Kino, Tanz, Architektur, Musik und Theater zuständig ist: „Daniel Birnbaum agiert auf der Seite der Künstler. Uns geht es nicht darum, Sammlern irgendwelche Vorschläge zu machen, was sich zu kaufen lohnt.“
Deutscher Pavillon
Bei den Pavillons ist Deutschland in Venedig dieses Jahr mit Werken des britischen Künstlers Liam Gillick vertreten. Der in New York und London lebende Künstler, der seine Karriere unter anderem in Deutschland begann, soll den Beitrag "Die Zukunft verhält sich immer anders" präsentieren. Betreut wird der Deutsche Pavillon hingegen erneut von Nicolaus Schafhausen, dem Direktor des «Witte de With Center for Contemporary Art» in Rotterdam.
Motto: „Making Worlds“
Jede Biennale von Venedig hat einen programmatischen Titel, ein Motto, das die inhaltliche Marschrichtung ihres Direktors bestimmt: „Making Worlds“ lautet er in diesem Jahr. Die offizielle deutsche Übersetzung „Weltenmachen“ deutet an, worum es dem Visionär Birnbaum geht, der in der von ihm selbst kuratierten Schau mehr als 90 Künstler aus aller Welt zeigen wird. Der sympathische Schwede ist nämlich viel weniger Materialfetischist als Ideenfanatiker. Gute Künstler, so Birnbaum, seien diejenigen, die es fertig bringen „unseren Blick auf die Welt ein kleines bisschen zu verschieben“.
Ausstellungsdauer: 7. Juni - 22. November 2009, Vernissage: 4. - 6. Juni 2009 Künstlerischer Leiter: Daniel Birnbaum
Quelle: La Biennale di Venezia Settori Arte e Architettura Palazzo Giustinian Lolin San Vidal, San Marco 2893 30124 Venezia Italien Pressebüro: Tel.: +39 041 - 5218846/849 Fax: +39 041 - 5218812 Email: foreignpress@labiennale.org
Weiterführende Informationen unter: http://www.labiennale.org
Kommentare
53. Kunstbiennale in Venedig eröffnet
Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat am Donnerstag anlässlich der 53. Internationalen Kunstausstellung der Biennale von Venedig an der Eröffnung des Deutschen Pavillons teilgenommen.
Mit Liam Gillick bietet Deutschland in diesem Jahr zum ersten Mal in der Geschichte des Deutschen Pavillons einem ausländischen und auch nicht in Deutschland lebenden und arbeitenden Künstler die Möglichkeit, seinen Beitrag im nationalen Pavillon zu präsentieren.
Der britische Künstler Liam Gillick lebt und arbeitet in New York und London und begann seine Karriere unter anderem in Deutschland. Schon früh setzte sich der Künstler mit postsozialistischen Gesellschaftssystemen und gesellschaftlichen Umbrüchen in Europa auseinander. Kurator des offiziellen deutschen Beitrags ist Nicolaus Schafhausen, Direktor des Witte de With Center for Contemporary Art in Rotterdam, der den Deutschen Pavillon bereits 2007 mit einer Ausstellung der Künstlerin Isa Genzken kuratiert hatte. Auftraggeber der Ausstellung im Deutschen Pavillon (7. Juni - 22. November 2009) ist das Auswärtige Amt, das den deutschen Beitrag mitfinanziert und in Zusammenarbeit mit dem Institut für Auslandsbeziehungen realisiert.
Liam Gillick
Deutscher Pavillon
53. Esposizione Internazionale d'Arte
La Biennale di Venezia 2009
Internet: http://www.deutscher-pavillon.org/index.htm