"Biennale Venedig" - Kunstreport von Herbert Liedel

Bild von Liedel

Arsenale Beitrag ChileWer zeitgenössische Kunst in all seinen Facetten erleben möchte, dem sei unbedingt eine Reise zur Biennale nach Venedig empfohlen.

Wohl kaum anderswo präsentiert sich in dieser Fülle und Dichte hochkarätiges künstlerisches Schaffen wie in der Lagunenstadt. Unter dem Motto „Making worlds“ stellte Kurator Daniel Birnbaum ein internationales Kunstfestival zusammen, das einen Querschnitt aller Ausdrucksformen und Stilrichtungen bietet, angefangen bei den visuellen Künsten und kontemporärer Musik über Filmprojektionen und Poesie bis hin zu Theater, Architektur und zeitgenössischem Tanz, usw.

Tobias Rehbeder Cafeteria 

Neben den Hauptausstellungsorten der Biennale, Giardini und Arsenale, den alten Schiffshallen, locken verteilt in vielen Palazzi der Stadt ungewöhnliche Installationen bekannter Stars der Szene sowie Neuentdeckungen die Besucher an. Wem dies noch nicht genügen sollte, sei das neu eröffnete Museum des französischen Multimillionärs Pinaults ans Herz gelegt. In dem ehemaligen nun aufwendig restaurierten Zollamt am Ende des Canal Grande schräg gegenüber des Markusplatzes entstand ein Kunsttempel der exquisiten Art: Hier am Punta della Dogana kann man ebenso wie im Palazzo Grassi Teile seiner exquisiten Sammlung bestaunen.

Tomas Saraceno, Galaxien aus elastischen Seilen 

Dies alles vermengt sich mit den hinreißenden historischen Kunstschätzen Venedigs und zelebriert die Serenissima als einmaliges Gesamtkunstwerk. Herbert Liedel

Kommentare

Bild von logo

360 000 Kunstinteressierte besuchten Venedig

Kunstbiennale von Venedig schließt mit Besucher-Rekord!
Das teilten die Organisatoren am letzten Tag der Kunstbiennale mit.

Die 53. Ausgabe dieser wichtigen Bilanz der internationalen zeitgenössischen Kunst war am 7. Juni eröffnet worden und stand unter dem Motto «Weltenmachen». Dabei ging es dem künstlerischen Direktor Daniel Birnbaum sowohl um Kunst aus aller Welt als auch um die Welten der Kunstschaffenden

Der Beitrag «Was du liebst, bringt dich auch zum Weinen» von Tobias Rehberger bei der Kunstbiennale in Venedig. Mit einem Besucher-Rekord ist die Kunstbiennale von Venedig am Sonntag in ihre letzte Runde gegangen: Mehr als 360 000 Kunstinteressierte haben in den vergangenen fünfeinhalb Monaten Ausstellungen in den riesigen Hallen des Arsenale und im Park der Giardini besucht.

Bild von seta

Biennale in Venedig

Ich hatte in diesem Jahr das Glück, die Biennale in Venedig besuchen zu können. Ich war aufgeregt, wie ein kleines Kind, da ich viel über die Geschichte der Ausstellung gelesen hatte und nun gespannt war, was mich in den Giardini und im Arsenale erwartet. Die Biennale wird ihrem Motto "Fari Mondi" - "Weltenmachen" - absolut gerecht, da sie eine ganz andere, wundersame Welt eröffnet. Das faszinierende ist, dass jeder Pavillon eine eigene Welt mit ganz eigenen Regeln und Darstellungsformen offenbart. Als Besucher befindet man sich auf einer Entdeckungstour durch die Gebäude und über das Gelände. Wer aufmerksam ist, kann an jeder Ecke außergewöhnliche Werke entdecken. Selten habe ich so viele ausgezeichnete Kunstwerke an einem Ort gesehen. Im Gegensatz zur berlin biennale, die ich 2008 gesehen habe, sprüht die Biennale in Venedig vor Witz, Ironie und Lebensfreude und scheut sich nicht davor, an manchen Stellen die dunklen Seiten der menschlichen Existenz zu offenbaren. In Venedig ist das möglich. Auf der Biennale können diese Seiten uneingeschränkt nebeneinander existieren. Das mag vielleicht an der hervorragenden Umsetzung des Kurators und seines Teams bzw. am Konzept und an der Geschichte dieser ältesten und größten Biennale liegen. Ich kann nur jedem Kunstliebhaber empfehlen, diese zauberhafte Atmosphäre einmal selbst zu erleben.

Noch mehr Fotos zur Biennale gibt es unter:
http://www.flickr.com/photos/29429761@N04/sets/72157622516127870/