
Otto Dix (1891- 1969) hat sich selbst, das menschliche Dasein und das Leben seiner Zeit in vielschichtigsten Schattierungen und Facetten wahrgenommen. Dabei war er distanzierter Beobachter, suchte aber gleichzeitig die unmittelbare, hautnahe Konfrontation mit dem Zeitgeschehen: Während des Ersten Weltkrieges setzte er sich als Freiwilliger bewusst der Realität des Krieges aus.
In Frankreich, Flandern und Weißrussland entstanden Hunderte von Zeichnungen und Gouachen. "Der Krieg war eine scheußliche Sache, aber trotzdem etwas Gewaltiges", resümierte Dix später. "Das durfte ich auf keinen Fall versäumen! Man muss den Menschen in diesem entfesselten Zustand gesehen haben, um etwas über den Menschen zu wissen!" Die so genannten Goldenen Zwanziger Jahre, die in Wirklichkeit den Bankrott der westlichen Zivilisation bedeuteten, erlebte Dix ambivalent und aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Im Zentrum seiner Betrachtung steht jedoch immer der Mensch, wobei sich allgemein menschliche Aspekte mit gesellschaftlichen und zeitrelevanten verschränken. Eine Reihe hochkarätiger Aquarelle und Druckgraphiken, die bis zum 10. Januar 2010 in einer Kabinettausstellung im Buchheim Museum zu sehen ist, vermögen dies zu vergegenwärtigen.
Abbildung: Otto Dix, Mieze, abends im Café, 1923; rechts: Otto Dix, Modernes Tanzpaar, 1922. Abbildung © VG Bild-Kunst, Bonn 2009
Kabinettausstellung im Buchheim Museum bis 10. Januar 2010Quelle: Buchheim Museum, Am Hirschgarten 1, 82347 Bernried
Weiterführende Informationen: http://www.buchheimmuseum.de
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