
Seitdem das Thema „Essen und Trinken“ mit dem 16. Jahrhundert als selbstständiges Genre der Kunst in Form von Stillleben-Arrangements einzog, hat die künstlerische Auseinandersetzung damit – parallel zur gesellschaftlichen Entwicklung – eine große Wandlung erfahren.
Vom 21. März bis 7. Juni ist im Gotischen Kasten der Schloss- Ökonomie Gern/Eggenfelden eine Gruppenausstellung mit 17 zeitgenössischen KünstlerInnen aus Deutschland und Österreich zu sehen, die sich einem Thema widmet, das sich bereits seit der Renaissance in der Kunst großer Beliebtheit erfreut: Essen und Trinken. Die Ausstellung „Tafelbilder“ wird von der Stadt Eggenfelden veranstaltet und von Dr. Petra Noll kuratiert. Der Titel „Tafelbilder“ soll in erster Linie auf das Inhaltliche weisen, denn es werden nicht nur Tafelbilder im klassischen Sinn, sondern Kunstwerke aller Medien – neben Malerei auch Grafik, Objekt, Video, Fotografie und Installation – ausgestellt.
Bedeutende Werke der Ess- und Trinkkultur:
„Das Abendmahl“ ist eines der berühmtesten Wandgemälde der Welt. Das in der Seccotechnik ausgeführte Werk wurde in den Jahren 1494 bis 1498 im Auftrag des Mailänder Herzogs Ludovico il Moro vom italienischen Maler Leonardo da Vinci geschaffen.
„Der Absinthtrinker“ (französisch: „Le Buveur d'absinthe“) gilt als das erste eigenständige Gemälde des französischen Malers Édouard Manet.
 „Trauben- und Melonenesser“ von Édouard Manet. Das Bild zeigt zwei etwa zehnjährige Straßenjungen beim Verspeisen von Früchten.
 Eat Art - in Zusammenarbeit mit Spoerri - waren André Thomkins und Dieter Roth (u.a. Kunstobjekte, die auf Bestellung beim Bäcker als Kuchen hergestellt werden). Roth stellte ab 1961 rund 50 „Literaturwürste“ her, für die er Buch- und Zeitschriftenseiten zerkleinerte, mit Gelatine, Fett und Gewürzen vermengte und in Wurstdärme füllte. Auf diese Weise „verwurstete“ er u.a. Die Blechtrommel von Günter Grass und die Gesammelten Werke von Hegel. Quelle: Wikipedia (Auszug) http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Essen_und_Trinken/Kunst
Der Anlass, Kulinarisches in der Kunst zum Thema zu nehmen, ist aber ähnlich geblieben: nirgendwo sonst werden seelische und soziale Befindlichkeiten so elementar erlebt wie bei den Dingen, die wir essen. Essen ist von existenzieller Bedeutung für den Menschen; zudem sagt die Nahrung viel aus über kulturelle, wirtschaftliche, politische, soziale, religiöse und nationale Weltanschauungen, sie spiegelt die Lebensweisen und Verhältnisse von Menschen wider.
Es ist ein grundlegendes Thema der Menschheit und somit ein inhaltlich weitgespanntes Feld für die zeitgenössische Kunst. In der Ausstellung setzen sich 17 KünstlerInnen – häufig in Form von surrealen Szenarien bzw. ironischen Inszenierungen – mit Phänomenen unserer heutigen Gesellschaft wie Fast Food, Schlankheitskult, Schlemmerei, Konsumverhalten, Werbemechanismen etc. auseinander, sie beschäftigen sich mit unseren Sehnsüchten und Begehrlichkeiten, die sich im alltäglichen Ess- und Einkaufsverhalten spiegeln. Und sie sprechen über das Thema „Essen“ ganz allgemein Themen der Kunst wie Wahrnehmung, Realität/Imitat, Materialität, Ästhetik etc. an.
 
Künsterlnnen: Adidal Abou-Chamat (Egling/D), Alfred Bachlehner (Wels/Wien/A), Franz Bergmüller (Salzburg/A), Peter Dressler (Wien/A), Manuel Gorkiewicz (Wien/A), Birgit Graschopf (Wien/A), Robert F. Hammerstiel (Wien/A), Saskia Noll (Zürich/CH), Hanns Otte (Salzburg/A), Michael Pisk (Wien/A), Martin Praska (Wien/A), Michael Sardelic (Ried/A), Klaus Staeck (Heidelberg/D), Patricia Waller (Berlin/A), Sebastian Weissenbacher (Wien/A), Jana Wisniewski (Wien/A) und Ursula Zeidler (Simbach/D).
Quelle: Gotischer Kasten, SchlossÖkonomie Gern,
Ort: Hofmark 46, 84307 Eggenfelden/D.
Ausstellung: 21. März bis 7. Juni 2009 Öffnungszeiten: Di – Fr: 10-12 und 15-18 Uhr, Sa/So: 13-18 Uhr Finissage: Sonntag, 7. Juni 2009, 19 Uhr: Diapräsentation des Salzburger Künstlers Hanns Otte mit Texten und Musik Weiterführende Informationen unter: http://www.schlossoekonomie.de/
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