
„Kunst - in der Stadt“ vom 17. 10 bis 19.10.2008. Eine besondere Herausforderung für die Kunst ist es, in den interkulturellen Dialog einzutreten und mit unterschiedlichen Kunstwerken der Malerei, Objektkunst, Skulptur und Fotografie das Verständnis unter den Kulturen zu fördern und auch einzufordern. Wichtig ist vor allem, das Bewusstsein der Menschen sowie der Kunstschaffenden dafür zu schärfen, dass keine Kultur einer anderen überlegen ist – besonders in der Kunst nicht.
Einfühlungsvermögen, Rücksichtnahme auf andere Menschen und die Kommunikation mit Mitgliedern verschiedener Kulturkreise müssen in einer Ausstellung zeitgenössischer Kunst bewusst gestaltet werden. Die Ateliertage und Ausstellungsforen sind sehr gute Voraussetzungen, Menschen der verschiedensten Kulturkreise zusammenzuführen.
Das Ausstellungsforum in Fürth „Kunst - in der Stadt“ wird Brücken zwischen den verschiedenen Kultur – und Kunstrichtungen bauen und dazu beitragen, dass kulturell und künstlerisch bedingte Überheblichkeiten überwunden werden. Voraussetzung hierfür sind durchdachte und lebendige Kulturveranstaltungen aller Künste.
Die gemeinsame Kulturinszenierung „Kunst - in der Stadt“ von unterschiedlichen Kunstrichtungen mit Unterstützung der Stadt Fürth ist eine Herausforderung für die gesamte Region. Ziel der Veranstaltung „Kunst - in der Stadt“ ist auf das breite Spektrum von Kunstschaffenden, unabhängiger Kunstarbeit sowie die thematische Vielfalt der mehr als 60 Künstler und Künstlerinnen mit ihren Einrichtungen in Fürth aufmerksam zu machen. „Partizipation“ und „Integration“ wird verstärkt zu den zentralen Themen der aktuellen kultur- und gesellschaftspolitischen Diskussion.
Auch die Kulturtage sind hier gefordert und sollten einbezogen werden: Sie sind ein Forum der Begegnung und bieten Menschen aus allen gesellschaftlichen Gruppen die Chance, frei vom Kunstklüngel, mehr über andere, aber auch über sich selbst zu erfahren.
“Kunst - in der Stadt“ lädt - heute mehr denn je - zur Mitwirkung an Projekten und Aktionen ein. Diese sollen Vernetzungen und Verbindungen schaffen, die frei, offen und zugänglich für jedermann sein müssen.
Das Fürther Kulturzentrum sprengte den Kunstklüngel der Stadt!
Auch in Fürth konnte man in vielen Fällen feststellen, dass bei der Kuratierung und Jurierung von Kunstausstellungen und Veranstaltungen ein praktizierter Rollentausch stattfindet: Zweitrangige Künstler beurteilen erstklassige Kunsttalente, Künstler werden zum Kritiker, Kritiker fungieren als Kuratoren und Kuratoren treten als Künstler auf. Jeder wie er kann und muss, um die vorgegebenen Interessen und Ziele durchzusetzen.
Kleine Ironie am Rande: Was ist bei dieser „Drehtürveranstaltung“ schon dabei – so macht es doch jeder!
In Fürth ist es kein ungewöhnlicher Fall, wenn Künstler als Kuratoren oder Jurymitglieder von Kunstausstellungen getarnt eingesetzt werden. Sie treten als Freunde der Kulturinstitutionen auf oder sind dicke Freunde der Provinzmuseumsleitung, sie leiten Kulturkreise oder spielen sich als akademisch diplomierte Kunstsachverständige auf. Somit lenkt ein kleiner Interessenklüngel fast das gesamte Kunstleben der Stadt Fürth. Hier wurde und wird noch immer „Interessenkunst“ ohne Benennung des eigentlichen Interesses praktiziert. Darauf folgt die unvermeidliche umfangreiche und wohlwollende Berichterstattungen mit ausgefeilten Lobhudeleien – dies zumeist ohne einen Ansatz zu tief greifender Sach- und Kunstkritik.
Bei dieser Art von Kunstauswahl und Kunstvermittlung bleibt die Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der Kunst und der Künstler gegenüber der kulturinteressierten Bevölkerung auf der Strecke.
Fürth ist auf dem besten Wege, eine Metropole unabhängiger und glaubwürdiger zeitgenössischer Kunst zu werden.
Kommentare
Wieso ist das eine Herausforderung?
Eine besondere Herausforderung für die Kunst ist es, in den interkulturellen Dialog einzutreten und mit unterschiedlichen Kunstwerken der Malerei, Objektkunst, Skulptur und Fotografie das Verständnis unter den Kulturen zu fördern und auch einzufordern.
Wieso ist das eine Herausforderung?
Macht das Kunst nicht von ganz alleine? Das ist doch das tolle an Kunst, dass sie ganz vorbehaltlos, ohne Sprache, unabhängig von der Kultur betrachtet, verstanden werden kann. Sie kann eine Brücke sein, ein Vermittler- ganz wertfrei und leicht. So leicht gelingt das sonst doch nicht, die unterschiedlichsten Kulturen anzusprechen, den Dialog zu ermöglichen. Denn über Kunst, und das ist wohl ein interkultureller Konsens, lässt sich bekanntlich nicht streiten. So kann jeder, der in irgendeiner Weise von Kunst berührt ist, sich dazu äußern ohne Angst haben zu müssen, etwas Falsches zu sagen.
Wir freuen uns auf das originäre interkulturelle Kultur- und Kunstverständnis der Stadt Fürth.
Glückwunsch und Kunstgrüße nach Fürth.
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