Gegenwelten in Fürth

Bild von Philippe Jacintus

Ausstellung "Gegenwelten"Größer könnte der Gegensatz zwischen den filigranen Kugelschreiber-Zeichnungen von Lars Herrmann und den Fotografien der sechs Fotokünstler, die in den erweiterten Räumlichkeiten des „kleinen ATELIERS“ und der Internetgalerie artnori gezeigt werden, scheinbar nicht sein.

Zunächst: Gegensätze bedingen sich – sonst könnte man sie nicht als Antagonismen wahrnehmen. Aus dieser einfachen Tatsache bezieht der Ausstellungstitel seine Berechtigung sowie Aktualität. Wie wir unten sehen werden, geht die Aktualität der Ausstellung weiter.

Aber, wie bei jeder Kunst, zeigt sich bei näherer Betrachtung, dass gegensätzliche Formale und auch inhaltliche Ansätze durchaus einen inneren gemeinsamen Kern besitzen. Wie Herrmann in seiner beachteten Rede zur Eröffnung der Lichtenfelser Fotokunstausstellung feststellte, kann und, in der logischen Konsequenz, muss Kunst unabhängig vom jeweils benutzten Medium gestaltet werden.

Gemeinsamer Kern der gezeigten Exponate ist der künstlerische Gestaltungswille und das künstlerisch erfolgreich gestaltete Werk. Der größere Gegensatz besteht wohl, vielleicht zwangsläufig, zwischen den Kunstwerken und der realen Welt. Hier die stumpfe oft brutale Welt der merkantilen Wirtschaft, die uns im Moment um die Ohren fliegt, dort die phantasievolle und gestaltete Welt der Kunstwerke, die in ihren düstersten Äußerungen Katastrophen vorwegnimmt, andeutet und manchmal auch auslebt.

Leider ist es in dieser Welt nicht möglich – auch für die schöpferische Spezies Künstler nicht – ohne Bezugspunkte zur kapitalistischen Marktwirtschaft zu leben. Leider ist auch der Künstler und dies manchmal sogar in existenzieller Form in die ökonomischen Zwänge unserer Welt hineingeworfen. Wollen wir hoffen, dass die Kunst der Wirtschaft der realen Welt nicht in den Abgrund folgen wird.

Philippe Jacintus

Kommentare

Bild von artnori

Gegenwelten -Vernissage am 09.10.2008 -18:30 Uhr

Gegenwelten Die Spannung steigt: Nach einem fast vierteljahrhundert werden wieder in Franken von der Internetgalerie artnori Fotokunstwerke im Zentrum von Fürth ausgestellt.

Fotokunstausstellung „Gegenwelten“

Zu sehen sind Fotografien, die mit der ältesten Technik, der Camera obscura, entstanden sind bis zu reinen Computer gesteuerten Kompositionen mit oft hintergründiger Symbolkraft.

Die Fotografie "Suicide Maus" von Jürgen Lechner, Bronzeskulpturen von Norbert Marten und PC-Objekte in Betonguss von Alexander von Prümmer

Gegenwelten

Vernissage: 09.10.2008; 18:30 Uhr Ausstellungsdauer: 9.10 – 17.11.2008

Öffnungszeiten: Mittwoch 14 - 17 Uhr Donnerstag / Freitag 14:00 – 19:00 und Samstag 10 - 16 Uhr

6 namhafte Fotokünstler stellen in Fürth aus: Falk Bayerl, Günter Derleth, Ralf Kunstmann, Jürgen Lechner, Herbert Liedel und Rudi Wambach.

Pinhol- Fotografien von Jürgen Lechner "Gegenwelten - stille Plätze"

Gegenwelten

Die Fotokunstausstellung wird ergänzt mit einem Skulpturenexkurs von Norbert Marten und Alexander von Prümmer. Der renommierte Bildhauer Norbert Marten aus Westerstede bei Oldenburg führt Sie als Abstecher in die Welt der Bronzeskulpturen.

Gegenwelt

Von Prümmers Denkmal „Macintosh SE und C64 Heimcomputer“ der 80er in Betonguss ist für die Ewigkeit konserviert. Das neue Gewissen der Menschheit „Internet mit deren Technologie“ hat zur Förderung des Bewusstseins neuer Technologien in der globalen vernetzten, kulturellen Welt eine besondere Bedeutung. Die Betonwerke von Alexander von Prümmer sind ist jetzt schon einzigartig.

Gegenwelten: Fotografien von Herbert Liedel "Utopia" und Aufnahmen "Pflanzenstillleben" (Camera obscura) von Günter Derleth

Gegenwelten