
Chagalls Werke suchen auch nach den Antworten auf die grundlegenden Fragen der Malerei, etwa nach der Behandlung des Lichts und dessen Bedeutung, schließlich auch nach der Rolle und dem Standort des Künstlers in der Welt. In der Auseinandersetzung mit beiden Fragen reiht Chagall sich in eine lange kunsthistorische Tradition ein.
Titelbild: Marc Chagall, Das Fest, 1925, Aquarell und Gouache auf Papier © Comité Chagall / VG Bild-Kunst Bonn 2008
Unter dem Titel „Marc Chagall – Der Maler am Fenster“ präsentiert das Graphikmuseum Pablo Picasso Münster in Kooperation mit dem Musée national Marc Chagall, Nizza, und der Réunion des musées nationaux, Paris, rund 100 Gemälde, Zeichnungen und Grafiken von Marc Chagall. Bis 4. März 2009 illustriert die Ausstellung den individuellen Umgang des Künstlers mit der Tradition des Fensterbildes.
 
Marc Chagall, Skizze für "Hommage à Paris", 1976-78, Gouache und Tusche auf Papier © Comité Chagall / VG Bild-Kunst Bonn 2008
Den Besucher erwarten intime Einblicke in die poetische Bildwelt von Marc Chagall, in der Traum und Wirklichkeit, Biografie und Mythos eine unvergleichliche Verbindung eingehen. Das Fenster ist im künstlerischen Universum Chagalls viel mehr als nur eine Raumschwelle zwischen innen und außen – es ist zugleich die Trennung zwischen Traum und Realität, zwischen himmlischen und irdischen Wesen.
 
Marc Chagall, Tisch vor dem Dorf, 1968, Öl auf Leinwand © Comité Chagall / VG Bild-Kunst Bonn 2008
„Das Fenster ist eines der ältesten Motive der Kunstgeschichte“, so Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller. „Auch im künstlerischen Werk Chagalls ist es über alle Schaffensjahre hinweg eines der zentralen Bildthemen. Sein gesamter Künstlerkosmos ist geprägt von Fenstern und Öffnungen, die von seinen Bildprotagonisten scheinbar mühelos überflogen oder durchquert werden.“ Die Münsteraner Ausstellung beleuchtet das Fenstermotiv in seiner Komplexität und seinem Facettenreichtum: Im Werk Chagalls ist es einerseits Sinnbild für das Kunstwerk schlechthin als imaginäres Fenster zur Welt. Andererseits verweist es als Bild im Bilde auf die verschiedenen Lebensstationen des Künstlers zwischen Russland und Südfrankreich.
Die gezeigten Werke spannen einen zeitlichen Bogen von Chagalls frühen Arbeiten bis zu seinem Spätwerk - angefangen mit einem Werk aus seiner weißrussischen Heimat Witebsk bis zu einem Atelierbild, das nur wenige Jahre vor seinem Tod entstand. Die Ausstellung bietet damit einen Überblick über gut 70 Jahre im Schaffen des Malers.
Quelle/Copyright: Graphikmuseum Pablo Picasso Münster, Königsstraße 5
Weiterführende Informationen unter: http://www.graphikmuseum-picasso-muenster.de/ Öffnungszeiten Mo - So, Feiertage 10-18 Uhr Während der Chagall-Ausstellung hat das Museum auch montags geöffnet (außer am 23.2.2009).
Ausstellungen 14. November 2008 - 4. März 2009
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