
Am 12. November wird der Grandseigneur des deutschen Humors, der dem Publikum Knollennasen-Männchen und unzählige Fernsehsketche geschenkt hat, 85 Jahre alt. Gefragt, was sein Geheimnis sei, antwortet Vicco von Bülow: „Ich habe immer getan, was mir Spaß macht".
Mit seinen stets korrekt gekleideten Knollennasen-Männchen hält er seit Mitte der fünfziger Jahre der deutschen Gesellschaft satirisch den Spiegel vor, zunächst mit Zeichnungen, ab 1967 in der ARD-Sendung "Cartoon" auch in bewegten Bildern. 1976 feiert "Loriot I" Premiere bei Radio Bremen, Vicco von Bülow präsentiert die Sketchshow zusammen Evelyn Hamann auf dem legendären grünen Biedermeiersofa, dem Inbegriff des deutschen Muffs.
Loriot sieht auch heute noch in der weltweiten Finanzkrise Stoff für einen komischen Film. "Komik entsteht immer nur aus dem Ernst", sagte Vicco von Bülow der Wochenzeitung "Die Zeit." Er erklärte: "Wenn man einen Film konstruieren würde, in dem Herren ernsthaft über Bargeld reden und was zu tun sei, um weiter Milliardär zu sein, und wenn sie schließlich als Rumpelstilzchen enden, könnte daraus ein Film mit bescheidener Komik entstehen."
Gerade die Bitterkeit der derzeitigen Situation reize zur Komik. "Denn es sind ja nur ernste Leute, mit ernsten Zielen, für die das Geld das Einzige ist, was sie wirklich interessiert", sagte Loriot. Im Mittelpunkt stünden die Spekulanten, "Männer, die man zu wenig beobachtet hat. Es sind Verbrecher in eleganter Maske."
Wie schafft er es immer wieder diesen Mechanismus in Bewegung zu setzen und uns gerade über die Schrecken unserer eigenen Banalität lachen zu lassen?
Wie es funktioniert? Eigentlich ganz einfach: Beobachte die Leute in der Vergeblichkeit ihrer Bemühungen, in der Plattheit ihrer Träume, in ihrer Lächerlichkeit. Das allein ist so grotesk, dass sie lachen werden. Tränen lachen über sich selbst.
Herzlichen Glückwunsch, Vicco von Bülow - Ach was!
Kommentare
ARD – RESPEKTLOS!
Das ARD - Programm sendet erst um 22:45 Uhr einen Film von und mit Loriot und gratuliert dem großartigen Satiriker, Humoristen, Regisseur und Professor für Theaterkunst zu seinem 85. Geburtstag.
Sein Humor ist unerreicht für Jung und Alt: Vicco von Bülow alias Loriot gilt als einer der Grandseigneure der deutschen Fernsehunterhaltung.
Danke ARD - Er möchte erst strahlen um 00:00!
Loriot:
(Fernseh)journalisten: Leute, die ein Leben lang darüber nachdenken, welchen Beruf sie eigentlich verfehlt haben.
Herzlichen Glückwunsch!
Herzlichen Glückwunsch
In die Fernsehgeschichte ist längst auch das sagenhafte Badewannen-Duell um eine Gummi-Ente mit Dr. Kloebner und Müller-Lüdenscheid eingegangen.
Und Sprüche aus Loriot- Sketchen wie "Hildegard, warum sagen Sie denn nichts?"
oder "Wo laufen sie denn?",
"Früher war mehr Lametta" und das alles umfassende "Ach was!?" sind längst zu geflügelten Worten in der deutschen Umgangssprache geworden.
Der aktuelle Finanztipp nach der Finanzkrise von Loriot:
"Ein 97-jähriger Angestellter kann mit 53 Kindern eine Steuerersparnis von 386 000 DM jährlich erzielen."
Herzlichen Glückwunsch!
ARD sendet „Loriot“
Die ARD widmet dem großen deutschen Komiker einen Tag nach seinem Geburtstag ein Portrait, das Einblicke in sein Leben und Schaffen gewährt.
Bernhard Victor Christoph Carl von Bülow genannt "Loriot" ist am 13. November um 22.45 Uhr in der ARD zu sehen.
Meine Lieblingssendung:
Die STEINLAUS:
Von Fernseh-Zoofachmann Dr. Grzimek alias Loriot im Studio eingeführtes Nagetierchen, das während der Sendung steinerne Schreibtisch-Aschenbecher und Schalen pulverisiert. Fand sogar Eingang im Klinischen Wörterbuch "Pschyrembel" als "Steinlaus: syn. petrophaga lorioti".
Schlöne Süsse - Ach was!
Ikone
"Sind Karikaturen Kunst?" - Ach was!
Die bisher größte Ausstellung zum Werk des "größten deutschen Humoristen" Vicco von Bülow ist am Mittwochabend im Berliner Film- und Fernsehmuseum am Potsdamer Platz in Anwesenheit Loriots eröffnet worden.
Loriot, der sich sehr anerkennend über die Ausstellung äußerte und sich auch gerührt über die Ehrung zeigte, sagte zur Eröffnung in gewohnt satirischem Ton: "Seit 85 Jahren ist es mir nicht gelungen, einer Arbeit nachzugehen, die man als Beruf bezeichnen könnte." Ein Leben lang habe ihn auch die Frage verfolgt "Sind Karikaturen Kunst?". Die Antwort sei wohl klar: "Der bildende Künstler schneidet sich gelegentlich ein Ohr ab, der Karikaturist nicht."
Resümierend könne er zu seinem Werk im hohen Alter nur sagen: "Der Ernst des Lebens ist heiter wie die Kunst."
Das Museum für Film und Fernsehen gratuliert Vicco von Bülow zu seinem 85. Geburtstag mit der Sonderausstellung LORIOT. DIE HOMMAGE. Sie zeigt in einer umfassenden Schau die populären und bekannten, aber auch ganz frühe und erst jüngst entstandene Arbeiten des Künstlers, die bisher noch nicht veröffentlicht wurden. Die Ausstellung ist bis zum 29. März 2009 zu sehen. Sie ist vom 06.11.2008 an für die Öffentlichkeit zugänglich.
Quelle: Filmmuseum Berlin; Weiterführende Informationen unter: http://www.filmmuseum-berlin.de/
Hommage an Vicco von Bülow, Fotografie von Werner Zirckel.