
Die Ausstellung zeigt es eindrucksvoll: Kunst kann in alle Bereiche eingebunden werden. Abseits der musealen und üblichen Ausstellungsforen verstärkt sich die Wirkung des Zusammenspiels zwischen Betrachter und Kunstwerk, das wurde bereits bei der Vernissage sichtbar.
Es war für die Besucher, die zahlreich erschienen waren, ein spannender Abend, mit überraschenden Aus- und einblicken. Werner Feldmann von der Internetgalerie der Metropolregion, artnori, brachte bei seiner angenehm kurzen Eröffnungsrede das Konzept der Ausstellung auf den Punkt: "Die Kunst ist für die Menschen da, also geht sie dahin, wo die Menschen sind."
Es war keine sterile Galerieatmosphäre, die man leider oft genug erlebt, sondern Bewegung, Gespräche, Diskussionen - Kunst, möchte man fast sagen, zum Anfassen. Das Bild des Malers Oskar Brunner "Der letzte Sprung - Klimawandel", eine nackte Frau, die in einen eiskalten Bergsee springt, sorgte immer wieder für Gruppendiskussionen, genau dies entsprach der Absicht des Künstlers. Die Fotokunst von Rudi Wambach begeisterte die Besucher durchwegs, Metropolstädte wie z. B. Nürnberg oder New York, verfremdet und von einer faszinierenden Farbintensität. Ebenso die Fotoinstallationen des Fotokünstlers Uwe H. Schmidt, ein spannender Kontrast, der die Ausstellung ungemein bereichert. Die herrlich bissigen Zeichnungen von Belá Feragó waren und sind ebenfalls ein Highlight der Ausstellung. Jeder, der sich an seinen ersten C 64 erinnerte, stand staunend vor den Objekten von Alexander von Prümmer, Computer für die Ewigkeit in Beton gegossen. Die Besucher erlebten spannende Einblicke in unterschiedliches künstlerisches Schaffen.
Die Ausstellung kann bis zum 02. Februar 2008 besucht werden, Öffnungszeiten sind dem Hotelbetrieb angepasst, d. h. von 8.00 bis 22.00 Uhr ist die Ausstellung für jeden Kunstinteressierten zugänglich.
Hilton Hotel Nuremberg, Valznerweiherstrasse 200, 90480 Nürnberg.
Oskar Brunner (Gemälde)
Das zentrale Thema im Werk von Oskar Brunner ist die Natur. Seine Darstellungen der Landschaft sind kraftvoll und farbintensiv. Vom realistischen Motiv zeigt er dessen markanten und mitunter kruden Wesenszüge und Stimmungen bis hin zur abstrahierenden Darstellung. Er entwickelt in seiner Malerei seinen unverkennbar persönlichen Stil – eine auf Reduzierung setzende Bildsprache.
Belá Faragó (Zeichnungen)
Die Zeichnungen von Belá Faragó stellen die besonderen Eigenschaften seines Schaffens heraus. Er ist ein unermüdlicher Beobachter; Themen der Globalisierung, Totentanz, Karikaturen durch aller Gesellschaftsschichten und Stillleben in einer außergewöhnlichen, skurrilen Darstellungsweise werden thematisiert . Mit zeichnerischer Leichtigkeit versteht es Faragó immer wieder unserer Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten. Seine Stärke ist es soziale Missstände, Menschlichkeit ohne Sentimentalität aufzuzeigen.
Alexander von Prümmer (Objekte)
Von Prümmers Denkmal „Macintosh SE und C64 Heimcomputer“ der 80er in Betonguss ist für die Ewigkeit konserviert. Das neue Gewissen der Menschheit „Internet mit deren Technologie“ hat zur Förderung des Bewusstseins neuer Technologien in der globalen vernetzten Welt und deren Kulturen eine besondere Bedeutung. Das Werk von Alexander von Prümmer ist jetzt schon einzigartig.
Alexander von Prümmer, ist Medienkünstler, Klangkünstler und Student der Bildenden Künste der Akademie in Nürnberg.
Uwe H. Schmidt (Fotografie)
Der Künstler rekonstruiert Räume und Situationen, die Aufnahmen entstehen nicht in Computersystemen und Bildverarbeitungsprogrammen, sondern als inszenierte Miniaturlandschaften im Fotostudio. Die Kunst der Fotografie ist die Inszenierung der Wirklichkeit. Schmidt zeigt in seiner Fotografiereihe „Kunst ist Wertvoll“ eine Dokumentation der modernen Kunst. Erst durch die menschliche Wahrnehmung ergibt sich die Illusion
Rudi Wambach (Fotografie)
Den Fotokünstler und Fotodesigner zeichnet seine Vielseitigkeit aus. Rudi Wambach beschreibt seine Fotokunst-Philosophie als einen Lebensstil, der zu Wohlbefinden und Lebensglück führt. Der Fotograf stützt sich auf zwei Säulen – auf das eigene Gefühl der vielfältigen Variationsmöglichkeiten von Farben in der Bildbearbeitung und auf die natürlichen, ästhetischen Landschafts- und Lebensformen. Seine neuen Fotoserien „Metropolstädte“ und "Niveau de la mer" verdeutlichen sein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen.
Kommentare
Steigerung der Lebensqualität
Eine der bekanntesten Hotelketten der Welt zeigt in den Räumen im Hilton Nuremberg zeitgenössische Kunst und moderne Fotografien. Wir fanden die Ausstellung im Hotel Hilton in Nürnberg erfrischend, vielfältig und spannend!
Die Kunst ist für Menschen da…, ist eine zutreffende Schlagzeile zum Thema der Ausstellung „erlebensiekunst“.
Sehr empfehlenswert – sollte man gesehen haben!
Das Konzept der Veranstalter, die Lebensumwelt mit Kunstwerken so zu gestalten, dass sie zur Freude und Begeisterung (Lebensqualität) der Menschen beitragen, wurde mehr als erfüllt.