
Nach Norbert Marten Altarfenster für die Dietrich-Bonhöfer-Kirche in Schortens sowie in Kirchberg / Zwickau und Gerhard Richter hat sich auch Neo Rauch an Kirchenfenstern versucht.
Das enorme mediale Interesse an Gerhard Richters Farbmosaik im Südquerhaus des Kölner Doms ist auch nach Monaten noch nicht abgeklungen. Aber auch die 2005 eingeweihten Fenster der Machabäer-Legende von Markus Lüpertz in St. Andreas in Köln ziehen das Publikum weiter in Scharen an. Und für das Großmünster in Zürich ist nach einem Wettbewerb eine Serie von Fenstern aus geschnittenen Achatsteinen von Sigmar Polke in Arbeit.
Kirchenfenster von Norbert Marten unter http://www.norbert-marten.de/40996/54327.html
und bei tk http://www.treffpunkt-kunstgalerie.de/kunst-kirche
Der bekannte Leipziger Maler Neo Rauch gestaltet drei Fenster in der Elisabeth-Kapelle des Naumburger Doms. Der Künstler stiftet die Entwürfe den Vereinigten Domstiftern zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz.
Die figürlichen Darstellungen verweisen in der dem Künstler eigenen Bildsprache auf zentrale Aspekte im Wirken der heiligen Elisabeth von Thüringen (1207-1231), deren 800. Geburtstag in diesem Jahr begangen wird.
Die Kapelle im Nordwestturm des Naumburger Doms entstand im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts. Sie ziert die wohl älteste Steinplastik der heiligen Elisabeth aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die Rundbogenfenster sind aus rubinrotem mundgeblasenem Glas, in das die Darstellungen in Weiß eingeätzt sind. Material und Herstellung der Fenster haben rund 15 000 Euro gekostet. Das Geld wurde von Domstiftern und Spendern aufgebracht.
Die feierliche Präsentation der von Neo Rauch geschaffenen Fenster erfolgte am 22.12.2007, 16.00 Uhr im Naumburger Dom. Ab 23.12.2007 ist die Elisabethkapelle mit den neuen Fenstern während der regulären Öffnungszeiten zugänglich.
Quelle: www.vereinigtedomstifter.de
Kommentare
"Kunst-Namen" in der Kirche
Ein Fall für eine höhere Instanz: „Rauch in der Kirche. Wer ist der Richter?“
Sind Namen in der Kirchen-Kunst Schall und Rauch?
Ich meine, es sollte so sein. Doch "Kunst-Namen" ziehen - wie das goldene Kalb auch - Menschen an.
Vorrangig sollte der göttliche Funke eines Werkes zählen, der einen Kirchen-Raum zu einem tiefen emotionalen Erlebnis mit der Transzendenz werden lässt: Kirchenfenster sensibler Glas-Künstler bestimmen im Zusammenspiel mit der kirchlichen Liturgie, der vorhandenen Architektur und dem Licht dieser Welt diesen Dreiklang.
Doch selbst die Entscheidungsträger innerhalb der Kirchenorganisation stellen Namen und Geld vor Kunstwerke: "Rauch" geschenkt, "Richter" auch.
Wer wird Richter in diesem Fall sein?
Hoffentlich die höhere Instanz.
Anregung
Literatur: Tobias Woydack, Der räumliche Gott. Was sind Kirchengebäude theologisch?
Kunst in der Kirche – ein Instrument. Wozu?
Die Kunst wird zur Glaubensfrage!
Religionen und ihre Stätten sind weltweit die wichtigsten Orte für die Überlieferung kultureller Werte. Künstler finden, wenn sie denn Zugang dahin erhalten, hier Ihre besondere Würdigung für ihre sensible Kreativität. Sie zeigen ihr darstellendes Können zu historischen oder zeitgeistigen religiösen Bezügen, machen Kunst (Emotionalität, Inhalt, Ausführung) hier transparent, überliefern es zukünftigen Generationen und stellen so eine Verbindung zur Transzendenz her: Über die Zeiten hinweg!
Einige Künstler haben Ihre eigenen Gedenkstädte in Form von Museen.
Diese müssen nicht mit Ihrer geistlich unzureichenden Wirtschaftskunst noch für alle Ewigkeit in den heiligen Hallen der Religionen sich unsterblich zementieren.
Was überliefern sie denn? Welcher Wert – bei Richter die visuell banale Welt der Pixel, des Ruhmes, des Geldes – stellt eine gemeinsame transzendente Erlebenswelt her?
Macht, Geld, Ruhm….. sind das die Werte der Kirche? Instrumentalisiert hier das Kunstgeschäft die Kirche oder die Kirche die Künstler?
Kirchen-Kunst obliegt einer geringen Schar von bedeutenden Künstlern, die sich in der Vergangenheit und in der Gegenwart mit religiösen Bezügen auseinander gesetzt haben und sich auseinandersetzen werden - unabhängig vom Jetset des Spekulationswahns bei den Versteigerungen. Diese Künstler gibt es!
Themen des Glaubens, dargestellt in einer zeitgenössischen Kunstsymbolik und Botschaft der Kirchenfenster hätten in unserer globalen Welt einen besonderen Stellenwert.
Eine Vielzahl von gläubigen Menschen unterschiedlicher Religionen würde diesen Kunstwerken einer spirituellen Bedeutung beimessen.
• Integration der Kirchen
• Aufklärung - Aids
• Gibt es einen Gott für alle?
• Die Barmherzigkeit – Millionen von Kindern leben in Armut
• Ohne Licht kein Glaube
Wir möchten einen Gedankenaustausch anregen und freuen uns auch über engagierte Vertreter der Religionen in diesem Forum.
Schöne Grüße Ikone
P.S. Weiterführende Informationen zu den Richter Fenstern:
http://www.glanzundelend.de/glanzneu/richterfenster.htm
Glanz und Elend innerhalb der Kirche bei Entscheidungen.
http://www.presseportal.de/pm/66749/1038637/koelner_stadt_anzeiger
Kirchenfenster von Marc Chagall
Marc Chagalls Philosophie wird immer Gültigkeit haben:
„Gott, die Perspektive, die Farbe, die Bibel, Form und Linien, Traditionen und das, was man „das Menschliche“ nennt – Liebe, Geborgenheit, Familie, Schule, Erziehung, das Wort der Propheten und auch das Leben mit Christus, all das ist aus den Fugen gegangen. Vielleicht war auch ich mitunter von Zweifeln besessen, und dann malte ich eine umgestülpte Welt, ich trennte die Köpfe meiner Figuren ab, zerlegte sie in Stücke und ließ sie irgendwo im Raum meiner Bilder schweben“.
Quelle: Ingo F. Walther / Rainer Metzger: Marc Chagall 1887–1985. Malerei als Poesie; Seite 82
Insbesondere Marc Chagall zeigte sein darstellendes Können zu historischen oder zeitgeistigen religiösen Bezügen, machte Kunst (Emotionalität, Inhalt, Ausführung) transparent und überlieferte zukünftigen Generationen bedeutende Kunstwerke über die Zeiten hinweg!
Man muss kein Fundamentalist einer religiösen oder weltanschaulichen Bewegung sein, wenn man sagt: Eine Rückbesinnung auf die Grundwerte des Lebens würde uns allen gut anstehen – in jeder Beziehung!
Kirchenfenster von Marc Chagall
• 1960 Fenster für die Kathedrale von Metz
• 1961 Synagoge der Hadassah-Universitätsklinik
• 1970 und 1978 Kirchenfenster im Frauenmünster in Zürich
• 1977-83 für die Kirche Sankt Stephan in Mainz
• 1979 Kathedrale von Vence