
Die Kultur- und Kunstszene in Nürnberg wird immer schrulliger! Während man sich in anderen Großstädten bei dieser Jahreszeit kalte Füße holt beim Anstehen an den Kassen der Museen und Kunstveranstaltungen, wird man in Nürnberg und Umgebung in den Kulturtempeln vom Alleinsein begeistert. Die Besucherzahlen fallen jährlich auf extrem niedrige Werte.
Namen wie „Germanisches Nationalmuseum“, „Neues Museum für Design und moderne Kunst“, die Einrichtungen mit den merkwürdigen Namen „KuKuQ - KunstKulturQuartier der Stadt Nürnberg“ oder die provinziellen Kultureinrichtungen in Fürth „kunst galerie fürth“ oder die Museen in Erlangen wie das „Stadtmuseum und die Städtische Galerie“ zeichnen sich durch gähnende Langeweile aus.
Das Jahresereignis 2008 der Stadt Nürnberg: „500 Jahre Dürers betende Hände“. Mit dem Titel „1000 x KOPIERT“ versucht man durch Vergangenheitsbewältigung eines großen Künstlers zum wiederholten Male die Glanzlosigkeiten der Kultureinrichtungen und der Museen der Region zu übertünchen.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass Dürer lediglich als PR-Paradepferd für die Stadt Nürnberg missbraucht wird. Die Vermutung liegt deshalb nahe, dass Marketing- Experten durch geschickte Ausnützung gezielter Nachhaltigkeitsstrategien alljährlich wiederkehrende Dürer-Spektakel diktieren, um den Marktwert Nürnbergs unter den deutschen Städten zu steigern.
Viele moderne Ausstellungen für Gegenwartskunst dagegen setzen sich zum Ziel, sich unbedingt in die jeweils aktuellen Diskussionen einzumischen, die sich letztlich auch in der Kunst niederschlagen müssen. Moderne Ausstellungen der Gegenwartskunst sollten immer am Puls der Zeit sein.
Im Interesse des Ballungsgebietes „Metropolregion Nürnberg“ wäre die einzige Antwort: große Kunstausstellungen gemeinsam- auch aus wirtschaftlichen Gründen - zu organisieren.
Wir wünschen uns, dass alle Einrichtungen in der Region miteinander kommunizieren und mindestens einmal im Jahr für drei Monate eine große bedeutende Kunstausstellung realisieren. Da sie alle unterschiedliche Ausgangspunkte und Aufgaben haben, stehen sie in keiner Konkurrenz zueinander.
Aber die Vetterleswirtschaft, der Eigensinn und das arrogante Gehabe der Kulturinstitutionen lassen es nicht zu.
Auch das Pressemonopol der Region in Form von NN/NZ und Sonntagsblitz trägt dazu bei, den (vermeintlichen) Interessenskonflikt zu schüren und nur gezielte Informationen im Sinne ihrer Medienmacht und der Macht der Anzeigenschaltungen zu streuen.
Die Fotokunstausstellung „Zeitrauschen“ (TK berichtete siehe http://www.treffpunkt-kunstgalerie.de/zeitrauschen-ausstellung-fotoszene-nuernberg) mit Museumscharakter wird weitgehend in der Presse unterdrückt:
Vielleicht würde Nürnberg einmal ein echter Kultur-Skandal gut tun, damit einige Leute aufwachen. Unter anderem die Presse, die "Zeitrauschen" im innerstädtischen Lokalteil versteckt, gleichsam innerhalb der Stadtmauern, wie im Mittelalter.
Viele Fotokünstler hoffen auf ein Signal von außen, wenn schon von innen wenig kommt.
Insofern verrauscht auch diese Ausstellung. Wieder eine Chance verspielt!
Oder die große Erleuchtung kommt noch!
Nürnberger Kulturszene siehe unter:
http://www.treffpunkt-kunstgalerie.de/minus-18-grad-laborative-tiefkuehlkunst-nuernberg
Kommentare
Rechnungshof rügt die Kulturpolitik in Nürnberg
treffpunkt – kunstgalerie berichtete schon mehrfach über die mangelhafte Kultur- und Kunstinitiativen in Nürnberg. Jetzt kreidet der Bayerische Oberste Rechnungshof die starken rückläufigen Besucherzahlen insbesondere im Neuen Museum in Nürnberg an.
Die Besucherzahlen sind seit den Eröffnungsterminen nun deutlich zurückgegangen, besonders drastisch beim Neuen Museum in Nürnberg. Hier sei die Besucherzahl von 140.000 im Jahr 2000 auf 46.000 im Jahr 2007 Jahr gesunken.
Siegt der Klüngel und/oder die Ignoranz? Das Schlimme ist, dass man anscheinend nichts ändern kann und auch keiner es ändern will. Die Kulturpolitologen sitzen fest in ihren Ämtern und sind wohlwollend zementiert im Interesse des widerspruchslosen Kulturklüngels, trotz Rüge des Rechnungshofes. Sind wir mal gespannt auf die kommenden Rechtfertigungskommentare der Kulturpolitologen.
Die Verantwortlichen in den Kulturämtern bleiben leider in Amt und Würden. Besserung für die Jahre 2008 / 2009 in der Kulturszene in Nürnberg ist nicht zu erwarten, weil Bratwürste, Glühwein und Christkindl die Hoheitsgebiete der Kultur- und Vermarktungszentrale in Nürnberg sind.
Was könnte man ändern?
Vorschläge: siehe Berichte in treffpunkt – kunstgalerie:
Museum für zeitgenössische Kunst, die alle Generationen anspricht
http://www.treffpunkt-kunstgalerie.de/museum-fuer-zeitgenoessische-kunst...
Minus 18 grad – laborative Tiefkühlkunst in Nürnberg
http://www.treffpunkt-kunstgalerie.de/minus-18-grad-laborative-tiefkuehl...
Kunst in Nürnberg und Umgebung
http://www.treffpunkt-kunstgalerie.de/kunst-nuernberg-und-umgebung#comme...
Das ist traurig!
Neues Museum in Nürnberg zum Rechnungshof - Bericht.
Interview der Nürnberger Nachrichten vom 04.12.2008 von Birgit Ruf.
Siehe unter: http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=929705&kat=48&man=3
Verlorenes Image und Rückgewinnung der Besucher benötigt nicht nur viel Zeit, sondern auch außergewöhnliche und ansprechende Kunstausstellungen!
Sind wir mal gespannt auf das Jahr 2009!
Kunst im Teufelsdreieck
Zunächst einmal Vielen Dank für den kritischen Beitrag!
Was kann man tun? Zuallererst kann das Germanische Nationalmuseum eine ganze Menge selbst - quasi aus sich selbst heraus - tun.*
Dürer, als der wohl größte Sohn Nürnbergs, ist natürlich immer für eine Ausstellung gut. Aber muss es denn solch ein unsägliches Konglomerat aus Ausstellungsstücken, wie es uns jetzt angeboten wird, sein?
Dürer bereiste um 1505 Venedig und lernte dort die Arbeiten von Tizian, Giorgione und Bellini kennen. An diesem Komplex MUSS sich eine große und hochkarätige Exhibition entzünden!
Falls dies den Verantwortlichen im GNM zuviel Reiseaufwand wäre, könnte man ganz einfach in die eigenen Depots schauen und z.B. die gesammelte Kunst aus der Zeit des sogenannten Dritten Reiches präsentieren. Auch wenn es schmerzt, so könnte die Rolle der Kunsthistoriker sowie Kuratoren während der nationalsozialistischen Diktatur insbesondere in Nürnberg aufbereitet werden.
In diesem Sinne wünsche ich dem GNM viel Erfolg mit meinen Vorschlägen.
Ihr Hans Negri
*Autopoiese: etwas aus sich selbst heraus gebären. Ist das charakteristische Organisationsmerkmal von Lebewesen. Es unterscheidet lebende von toten Organismen.
Kitschkunst in Nürnberg
Bratwürste, Glühwein und Christkindl sind die Hoheitsgebiete der Kultur- und Vermarktungszentrale in Nürnberg.
Der Hasen-, Zwergen- und Kitschkünstler Ottmar Hörl präsentiert 2008 als eine neue Errungenschaft der Vermarktungsstrategie sein Christkind als limitierte Sonderedition. Die Werbebotschaft zur Weihnachtszeit in Nürnberg: „Das Nürnberger Christkind ist das weltweit bekannte Symbol für den Christkindlesmarkt in Nürnberg. Die Stadt hat daher den renommierten Künstler Professor Ottmar Hörl gebeten, eine Figur des Nürnberger Christkindes als Botschafterin der Weihnachtsstadt zu schaffen.“ Das Nürnberger Christkind von Professor Hörl ist
• eine Botschafterin der Weihnachtsstadt
• ein Souvenir vom Nürnberger Christkindlesmarkt
• eine festliche Weihnachtsdekoration
• zeitgenössische Kunst
Zeitgenössische Kunst oder Volksverdummung?
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Im Internet nachzulesen mit dem Kunstchristkind unter: http://www.christkind-aus-nuernberg.de/
Bei Abnahmen von 10 „Nürnberger Christkindern“ erhalten Sie einen Mengenrabatt von 10%!
Frohe Weihnachten!
Ottmar Hörls neue Serie 2009 - „Deutsche Waldtiere“
Mit der neuen Serie „Deutsche Waldtiere“ startet der Kunstprofessor aus Nürnberg die Fortsetzung seiner Kunststofffiguren.
Der Tierschutzverband und das Deutsche Forstamt in Berlin haben den renommierten Künstler Professor Ottmar Hörl gebeten, einige Figuren des „Deutschen Waldes“ als Botschafter des Waldes zu schaffen.
Die „Deutschen Waldtiere“ von Professor Hörl sind:
• Kunststoffplastiken als Botschafter des Waldes
• ein Souvenir vom Deutschen Wald
• eine festliche Dekoration für jedes Haus (Ersatz für den röhrenden Hirsch über dem Sofa)
• zeitgenössische Kunst
Folgende Serie „Deutsche Waldtiere“ wird im Jahr 2009 zu sehen und zu erwerben sein!
- der geschossene Bock
- der röhrende Hirsch
- Bambi
- Der fallende Dachs
- Der schlau Künstlerfuchs
- Ein tollwütiger Kunstjäger
Aus der Seele gesprochen!
Herzlichen Dank für den außergewöhnlichen Bericht der Kulturmetropole Nürnberg- Fürth-Erlangen.
Die breite Kritik an dem Kunstgehabe in der Region ist mehr als berechtigt.
Viele Menschen wettern über diesen Klüngel und Dilettantismus.
Das Kulturdreieck Nürnberg/Fürth/Erlangen, auch Teufelsdreieck genannt, ist die inoffizielle Bezeichnung eines Kulturgebietes, das sich in Mittelfranken nördlich der Hauptkulturmetropole in München (Bayern) befindet und durch einige, zum Teil unerklärliche Vorfälle bekannt wurde, bei denen Kulturgeist, Kunstverständnis, Kulturleidenschaft oder ihre kunstbegeisterten Bewohnern spurlos verschwunden sein sollen.
Wir hoffen auf weitere Kommentare!
Herzliche Kunstgrüße
TK plus 07