
Ein Ausstellungsprojekt, welches die Arbeiten von Monica Bonvicini und Tom Burr zusammenführt, ist weniger als arrangierte Hochzeit denn als wahlverwandtschaftliches und zeitlich begrenztes Verhältnis zu verstehen.
Monica Bonvicini (*1965 in Venedig, lebt in Berlin) und Tom Burr (*1963 in New Haven, Connecticut, lebt in New York) gehören zu den bedeutendsten Vertretern der internationalen Gegenwartskunst.
Bild 1: Ausstellungsansicht , Monica Bonvicini, Never Again, 2005, Leder, verzinkte Ketten, Gerüst, © VG Bild-Kunst, Bonn 2009
Entstanden ist die Idee zur gemeinsamen Ausstellung durch das Interesse beider Künstler an den funktionalen Bestimmungen sozialer Räume mit ihren jeweils spezifischen psychologischen, gesellschaftlichen wie geschlechtsspezifischen Konventionen. Ohne die jeweilige Eigenheit der künstlerischen Praxis verleugnen zu wollen, die sich in unterschiedlicher Manier und unterschiedlicher medialer Umsetzung ausdrückt, finden sich darüber hinaus zwischen den Produktionen beider Künstler zahlreiche Verbindungslinien.
Diese manifestieren sich weniger in formalen Ähnlichkeiten, als in einer phänotypischen Nähe. Doch vor allem sind die Arbeiten durch korrespondierende Prinzipien referenzgebundener Darstellungsformen charakterisiert. Sie sprechen die gleiche institutionskritisch aufgeklärte Sprache, sie verhandeln vergleichbare Themen wie etwa die konstruktive Dekonstruktion des Minimal oder die latente Nähe des ästhetischen Objekts mit den Fetischen unserer Alltagswelt.
Es stellt sich im Werk beider die Frage nach den subtilen Mechanismen der Macht, die sich in Architektur, Verhalten und Handeln offenbaren. Im Zentrum der Ausstellungen steht so der Gebrauch von öffentlichen und privaten Räumen als eine vom menschlichen Körper abgeleitete Vorstellung.
Bild 2: Monica Bonvicini , Leather Hammer, 2004/2005, mit Leder überzogener Hammer, Verschiedene Größen , Foto: Roberto Marossi, Courtesy of the artist & Galleria Emi Fontana, Milan, West of Rome, Los Angeles , © Monica Bonvicini, VG Bild-Kunst, Bonn 200
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Darüber hinaus wird deutlich gemacht, dass Orte und Objekte nicht einfach als neutrale Werte verstanden werden können, sondern als gesellschaftliche Konstruktionen begriffen werden müssen, an denen sich Herrschaftsverhältnisse abbilden. Im Ausstellungsraum begegnen sich die Arbeiten im gemeinsamen Bezug zur Minimal Art und hier trennen sich die Werke durch ihre je andere formale Umsetzung und divergierende Bezüge hinsichtlich einer Politik des Körpers, des Geschlechts und der Geschichte.
Die einzelnen Positionen werden gleichsam monografisch herausgearbeitet, um zugleich eine Konfrontation zwischen ihnen einzuleiten. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Museum für Gegenwartskunst in Basel und wird dort in verändert Form vom 05.09.2009 bis zum 03.01.2010 zu sehen sein.
Ausstellung in München: 30. Mai 2009 – 16. August 2009
Quelle: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München Nymphenburgerstrasse 84, 80636 München
Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag, 10 - 18 Uhr
Weiterführende Informationen unter: Kunstbau München zeigt MONICA BONVICINI u. TOM BURR http://www.lenbachhaus.de
Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Museum für Gegenwartskunst in Basel und wird dort in verändert Form vom 05.09.2009 bis zum 03.01.2010 zu sehen sein.
Programm im Kunstbau:
Monica Bonvicini / Tom Burr 30. Mai bis 16. August 2009
Erwin Wurm 17. Oktober 2009 bis 31. Januar 2010
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