
Ab dem 24. Oktober können Besucher diese Räume über eine sich vom Obergeschoss steil in den Viewing Space herabsenkende Rampe betreten und mit all ihren Sinnen in einem „sublimen Lichtbad“ erleben, wie sich in dem homogenen Sehfeld die architektonischen Gegebenheiten bis zur Orientierungslosigkeit aufheben.
Bild: Bridget's Bardo, 2008, begehbare Installation / installation, © James Turrell, Foto/photo: Florian Holzherr, 2009
Zentrum des Lebenswerkes von James Turrell - der 1943 in Los Angeles geboren wurde und heute zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart gehört - ist der Roden Crater, ein 150 Meter hoher erloschener Vulkan in der Wüste von Arizona, den er seit 1974 zu einem künstlerischen Observatorium umbaut, in dem die verschiedensten Phänomene des Himmelslichtes studiert werden können.
Anknüpfend an dieses kosmische „Licht- Observatorium“ entsteht im Kunstmuseum The Wolfsburg Project. In ihm wird der zum Himmel hin geöffnete Roden Crater gleichsam um 90 Grad gedreht und in einen unendlich wirkenden Innenraum umkehrt. Dabei kommt neueste Lichttechnologie zum Einsatz und der Künstler nutzt für diese aufwändige Installation die in der deutschen Museumslandschaft einmaligen Möglichkeiten des Gebäudes. James Turrells Lichtkunst markiert die Spitze einer Entwicklung, die von der Abstraktion über die Selbstoffenbarung des Lichts bis hin zur Eroberung des kosmischen Raums reicht. Turrell, der in Los Angeles Kunst und Kunstgeschichte, Mathematik und Psychologie studierte, wurde im Rahmen der kalifornischen Light & Space - Bewegung zusammen mit Robert Irwin und Douglas Wheeler bekannt.
Bild: Bridget's Bardo, 2008, begehbare Installation / installation, © James Turrell, Foto/photo: Florian Holzherr, 2009
Â
Der Lichtkünstler James Turrell hat gemeinsam mit dem Kunstmuseum Wolfsburg seine bisher größte begehbare Lichtinstallation realisiert, die er je für ein Ausstellungshaus entwickelte: Auf einer Grundfläche von 700 Quadratmetern erhebt sich elf Meter hoch bis unter die verglaste Museumsdecke eine Raum-in-Raum-Konstruktion. Es handelt sich um einen zweigliedrigen Hohlraum vom Typ der Ganzfeld Pieces mit dem Titel „Bridget‘s Bardo“. Zwei ineinander übergehende Räume – der sogenannte Viewing Space und der sogenannte Sensing Space -, sind beide vollkommen leer und werden - das ist neu bei diesem Werktyp - mit langsam sich änderndem Farblicht vollständig ausgeflutet. Zusammen mit anderen Werken zeigt das Museum mit dem Wolfsburg Project die bisher umfangreichste Schau des amerikanischen Künstlers in Deutschland.
Bild: Bridget's Bardo, 2008, begehbare Installation / installation, © James Turrell, Foto/photo: Florian Holzherr, 2009
Â
Während das Licht sich selbst offenbart und auf nichts außerhalb seiner Selbst verweist, treten Fläche, Farbe und Raum in ein Wechselspiel und schaffen eine Atmosphäre, die den Betrachter und seine Sinne vollständig umgeben. Man taucht ein in eine geheimnisvolle, malerische Welt aus reinem Licht. Der Künstler selbst nennt dieses Erlebnis „mit den Augen fühlen“ und verbindet damit nicht nur eine ästhetische, sondern auch geistige Erfahrung.
Ausstellung: James Turrell. The Wolfsburg Project vom 24.10.2009 - 05.04.2010
Quelle: Kunstmuseum Wolfsburg
Abteilung Kommunikation, Hollerplatz 1, 38440 Wolfsburg
Öffnungszeiten: Mittwoch - Sonntag 11.00 - 18.00 Uhr Dienstag 11.00 - 20.00 Uhr Montag geschlossen
Weiterführende Informationen unter: http://www.kunstmuseum-wolfsburg.de
Neueste Kommentare
vor 1 Woche 1 Tag
vor 1 Woche 1 Tag
vor 2 Wochen 1 Tag
vor 4 Wochen 3 Tage
vor 4 Wochen 6 Tage
vor 5 Wochen 1 Tag
vor 5 Wochen 1 Tag
vor 7 Wochen 2 Tage
vor 7 Wochen 4 Tage
vor 11 Wochen 16 Stunden