
In einer Sonderausstellung vom 10. Mai bis 13. September 2009 zeigt das Buchheim Museum Werke von Max Beckmann und Lovis Corinth. Seit dem Bestehen des Museums hat Lothar-Günther Buchheim immer wieder den Wunsch geäußert, Werke von Max Beckmann (1884-1950) und Lovis Corinth (1858-1925) aus seiner Sammlung in einer Ausstellung zusammenzuführen.
Eine Reihe von Gemälden von Corinth und von Beckmann, die im Zeitraum von 1901 bis 1908 entstanden sind, vergegenwärtigen den künstlerischen Standort der beiden Maler im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts.
Titelbild: Lovis Corinth, Der tanzende Derwisch, 1904, Öl auf Leinwand © Buchheim Museum
Lovis Corinth
Beide Maler, Corinth, der Sohn eines Gerbers aus Tapiau in Ostpreußen und der sechsundzwanzig Jahre jüngere Max Beckmann waren Einzelgänger, verfolgten trotz massiver Widerstände beharrlich ihre künstlerischen Ziele und hielten in einer Zeit an der Figuration fest, als abstrakte Tendenzen begannen, das Kunstgeschehen zu bestimmen. Corinths Studienzeit in Königsberg, München und Paris war nicht nur eine vergleichsweise lange gewesen. Erst als er Mitte Fünfzig war, erfuhr sein Schaffen Anerkennung und Akzeptanz. Zwar hatten einzelne seiner Bilder, wie beispielsweise seine „Salome“, großes Aufsehen erregt. Doch war man seiner Malerei mit Skepsis begegnet: zu drastisch erschien sein Realismus, zu provokativ seine Interpretation klassischer Themen, und zu heterogen und von Widersprüchen gekennzeichnet seine Kunst.
Max Beckmann
Beckmann hingegen stieg schon in jungen Jahren kometenhaft auf. Nach kurzem Studium an der Weimarer Akademie erhielt er 1906 den Villa Romana Preis für ein Bild, das von Liebermann inspiriert war. In der Berliner Secession, in der Corinth – unter anderem als Präsident – eine tragende Rolle zukam, kreuzten sich die Wege der Künstler, denn beide nutzten die Secessions-Ausstellungen als Forum, um mit ihren Werken an die Öffentlichkeit zu treten. Und auch bei Paul Cassirer, dem genialen Verleger und Kunsthändler, der in seiner Galerie deutsche Gegenwartskunst mit den neuesten Entwicklungen der französischen Avantgarde konfrontierte, waren beide vertreten: Er präsentierte ihre Werke und beauftragte beide mit Buchillustrationen.

Bild: Max Beckmann, Marine Noordwijk (Reiter am Strand), 1946, Öl auf Leinwand, © Buchheim Museum
Ausstellung: 10. Mai bis 13. September 2009
Quelle: Buchheim Museum
Adresse: Am Hirschgarten 1, 82347 Bernried
Öffnungszeiten: April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr November bis März: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr
Internet: http://www.buchheimmuseum.de
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