
2007 wurde das Internet – Kunstnetzwerk von Charles Saatchi namens „Your Gallery“ ins Leben gerufen. Der wohl einflussreichste und zugleich umstrittenste Mann in der internationalen Kunstszene.
Jeder kann mitmachen wie er will, kann sich registrieren lassen und dann kostenlos eine Galerie mit eigenen Werken erstellen. Die Kunstwerke in digitaler Ausführung selbst hoch laden und erwatungsvoll auf Entdeckung warten.
Mehr als 50.000 Künstler zeigen in dem Kunstportal mittlerweile ihre Werke und werben für sich. Millionen von Besuchern werden registriert. Ein Vielzahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Saatchi - Kunstimperiums mit Kunstexperten, Übersetzer und Softwarefreaks gestalten und managen das Kunstportal.
Wettbewerbe werden mit TED- Umfragen veranstaltet. Die Künstler und Kunstinteressierte können ihren TOP- Künstlern mit ihren Kunstobjekten die Ehre erteilen. Jeder Besucher kann(!!??) nur einmal pro Kunstwerk abstimmen. Auf einer Skala von eins bis zehn ist das Werk zu beurteilen; jeweils zwei Künstler kommen ins Finale. Damit werden dem Kunstklicker alle Möglichkeiten eröffnet, seine Kunst ins richtige Log In zu rücken - der mit der besten Klickstrategie gewinnt!
Saatchi erkannte sehr früh wie kein anderer, dass sich die Nachfrage nach Gegenwartskunst durch das Prestige der Museen anheizen lässt. Er benutzt das Kunstportal für seine eigenen Galerien als Durchgangsstation auf dem Weg zum Kauf und Wiederverkauf, selbst als Händler oder in Auktionen.
Gerade die jungen Künstler von heute können damit zufrieden sein: Ohne die Großsammler wie C. Saatchi oder F. Pinault würden sie weit weniger verkaufen und würden kaum eine Chance erhalten weltweit bekannt zu werden. Die neuen Multimediatechnologien machen es möglich, Gegenwartskunst einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.
Die Deutschen Großkunstsammler wie R. Würth und Frieder Burda werden bald nachziehen.
Eine sachbezogene Form der Beurteilung der Kunstwerke tut Not. Über die Maßstäbe und Werte der Kunst, über die Qualität, über die Frage, wie sich der Geschmack des Einzelnen wie Museumsdirektoren, Kuratoren… zum Geschmack der Menge verhält, kann es nicht geben.
Es entstehen mit den Multimediatechnologien neue außergewöhnliche und vielfältige Kunstwelten, auch wenn es die konservativen Museumsstrukturen nicht wahr haben wollen. Es ist schon fast traurig, überall das gleiche Museen-Prozedere: Da ein Baselitz auf dem Kopf, da ein Richter in Grün, da ein bisschen Pop-Art und ein Holzkopf von Balkenhol.
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