
Mit spielerischem Spürsinn entwickelt Buren seit gut 40 Jahren Werke, die unmittelbar auf den sie umgebenden Raum Bezug nehmen. So entstanden in Dialog mit der jeweiligen Umgebung überwältigende Installationen in Institutionen wie dem Guggenheim Museum in New York oder aktuell dem Picasso Museum in Paris, die eine neue Sicht auf die Orte erlauben. Auch der Außenraum wurde vielfach Ort künstlerischer Eingriffe. Das allgegenwärtige Erkennungszeichen des Künstlers sind die für ihn typischen 8,7 cm breiten Streifen, die sich überall anheften und so Realitäten von Architektur und Präsentation sichtbar machen.
Der international agierende, französische Künstler Daniel Buren gilt als einer der schärfsten Kritiker der zeitgenössischen Kunst. Gerade dem Museum und seinen Gegebenheiten und Bedingungen widmet er seine bevorzugte Aufmerksamkeit. Denn das „Museum ist der Ort in Anbetracht dessen und für den ein Werk gestaltet wird“.
Titelbild: Erinnerungsfoto: Le Vent soufle o il veut, Arbeit in situ, Le Coq (Ostende), Belgien, 2009. Detail, © Photo: D. Buren, © VG BildKunst 09
In Nürnberg trifft Daniel Buren auf die prägnante Architektur von Volker Staab, die in ihrer Zusammenführung verschiedener Bautraditionen ein Meilenstein für die Geschichte des Museumsbaus darstellt. In seiner speziell für das Neue Museum entwickelten Ausstellung Modulation. Arbeiten in situ greift Daniel Buren markante Teile der Museumsarchitektur auf. Speziell für die Fassade, für das Foyer und Treppenhaus sowie für den Ausstellungssaal entwirft Buren eigene Werke, die einzigartige und unverwechselbare Situationen schaffen.
Der lang gezogenen Glasfassade gibt er durch eine übergreifende Struktur aus transparenter farbiger Folie einen neuen Charakter und verändert die Lichtsituation im Inneren. Im Ausstellungssaal schafft er mit 25 an der Decke befestigten und von innen beleuchteten, farbigen Kuben eine hängende Raumkonstruktion. Weitere Installationen im Bereich des Foyers heben auf die für ihn typische Weise Besonderheiten der Architektur von Volker Staab hervor, etwa das Treppenhaus oder die drei Lichtschächte ins Untere Foyer.
Mit Deutschland ist Daniel Buren seit 1971 verbunden als er im Städtischen Museum in Mönchengladbach seine erste Museumsausstellung überhaupt realisierte. Mit Unterstützung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes kam Buren 1975 für einige Monate nach Berlin, hatte dort eine Ausstellung in der Akademie der Künste Berlin und realisierte das folgenreiche Projekt Voile/Toile Toile/Voile (Segel/Leinwand Leinwand/Segel) mit den „Optimist“-Segelbooten auf dem Berliner Wannsee, das vielerorts Fortsetzung fand. Es folgten zahlreiche nationale und internationale Museumsausstellungen u. a. 1996 in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf, 1999 im Museum Weserburg in Bremen, 2001 im Kunsthaus Bregenz, 2004 im Palais de Tokyo in Paris oder 2005 im Guggenheim Museum in New York sowie Ausstellungsbeteiligungen u. a. 1972, 1977 und 1982 auf der documenta in Kassel, 1987 und 1997 bei Skulptur Projekte in Münster, 2005 bei der Yokohama Triennale in Japan, 2007 bei der Biennale in Venedig oder 2008 bei der Singapur Biennale.
Mit der Ausstellung im Neuen Museum in Nürnberg werden in Deutschland nach einer Pause von nun zehn Jahren wieder aktuelle und eigens konzipierte in situ-Installationen des Künstlers präsentiert, die sich auf mehrere Bereiche des Museumsgebäudes beziehen. 2007 wurde Daniel Buren mit dem Praemium Imperiale, dem Nobelpreis der Kunst, ausgezeichnet.
Quelle: Neues Museum Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg Klarissenplatz, 90402 Nürnberg, Postanschrift: Luitpoldstraße 5, 90402 Nürnberg
Ausstellung: MODULATION. Arbeiten in situ 16. Oktober 2009 bis 14. Februar 2010. Eine Publikation zur Ausstellung mit einer Dokumentation der „in-situ“-Projekte des Neuen Museums erscheint nach Eröffnung der Ausstellung. Für den Rundgang steht ein Begleitheft zur Verfügung.
Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag: 10 - 20 Uhr Samstag, Sonntag: 10 - 18 Uhr. Montags geschlossen
Weiterführende Informationen unter: http://www.nmn.de/
Kommentare
Dialog zwischen Kunst und Philosophie!
Philosophie: Kunst 2009–2011
Im Neuen Museum Nürnberg startet eine Vortragsreihe mit Julian Nida-Rümelin
Kunst und Design im Spannungsfeld zwischen ästhetischen Werten und bloßem Zweck
Wozu Kunst?
Hat Schönheit einen Zweck?
Welchen Raum braucht Kunst?
Haben Bilder eine Wahrheit?
Wer sich mit Bildender Kunst auseinander setzt, stößt unweigerlich auf Fragen wie diese. Für das Verstehen von Kunst stellen sie eine unabdingbare Voraussetzung dar, wenngleich sie im alltäglichen Ausstellungsgeschehen oft nur bedingt angesprochen werden können.
Eröffnung des Gesamtprojekts
Donnerstag, 22. Oktober 2009, 19 Uhr
Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin
Ludwig-Maximilians-Universität München
Wann ist Design?
Prof. Dr. Jakob Steinbrenner
Ludwig-Maximilians-Universität München
Interview der Nürnberger Nachrichten von Birgit Ruf
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1106279&kat=48&man=3
Quelle: Neues Museum Nürnberg
Weiterführende Informationen unter:
http://www.nmn.de/programm.0.html?pruid=4143&no_cache=1