
Zum 50. Jahrestag der Revolution in Kuba ist die Stimmung gedämpft. Staatschef Raul Castro, dem pragmatischer Reformgeist nachgesagt wird, hat während der letzten Parlamentssitzung in diesem Jahr einschneidende Sparmaßnahmen angekündigt. Die marode kubanische Wirtschaft ist von drei Hurrikanen, die jüngst über die Insel gefegt sind, nahezu demoliert. „Wir bauen weiterhin auf den Sozialismus“, lautet eine der vielen Durchhalteparolen. Wirkliche, zumal politische Reformen aber sind nicht in Sicht. Einen Schritt nach vorne, zwei zurück?
Oskar Brunner, künstlerische Gemälde und Leiter der Malschule, zeigt in seinen Werken in verständlicher und anschaulicher Weise ein authentisches Bild von Leben und Arbeit heutiger Künstler und spricht damit alle an, die ihr Bild von Kuba erweitern möchten.
Titelbild: © Oskar Brunner, Gemälde anlässlich seiner Malkunstkreise nach Kuba 2005
Malerei und Zeichnung in Kuba haben in ihrem Verlauf eine klare Linie gezeigt: Den Themen und Epochen der kubanischen Malerei gehen stets politische und historische Ursachen voraus. Sogar die so genannte Malerei im Exil interpretiert sich geprägt von inselbezogenen Geschehnissen. Diese fand hauptsächlich in Paris und den Zentren der USA statt. Von ihrer Entwicklung ist nur wenig bekannt.
 
Bild:© Oskar Brunner
Kreativer Umgang mit wenig Material kennzeichnet die Bildende Kunst aus. Kubanische Skulpturisten schaffen aus Holz, Steinen, Kokosnüssen oft monumentale Werke. Castro hat nie versucht, Kunst und Kultur dem sozialistischen Realismus zu unterwerfen. Kubanische Malerei das sind aber auch gemalte Mythen, geprägt vom afro-kubanischen Geist. Die Bildsprache ist reich an Rituale und bunt wie der kubanische Karneval.
Kommentare
Kunstkontakte nach Kuba
Kubaner scheuen keine Mühe, wenn es um Informationen aus dem Ausland geht. Die Künstler des Landes sind hervorragend ausgebildet, können aber nicht davon ausgehen, dass sie mit ihrer Kunst auch etwas verdienen. Wie überall in den kommunistischen geprägten Ländern ist Improvisation gefragt.
Neben Startkapital für das Notwendigste fehlen Künstlergruppen, um etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Auch die Kontakte zur Internationalen Kunstwelt sind müßig aufzubauen und kaum realisierbar.
Hier wären Gemeinsame kulturelle Kontakte insbesondere im Bereich der Bildenden Kunst zum Goethe Institut in Havanna sehr empfehlenswert.