"Die Politik des Museums trägt programmatische, auf die spezifischen Bezüge der Kunst zugespitzte Züge. Schon die Entscheidung für Programmatisches hebt das Museum Wiesbaden von den meisten Museen in Deutschland mit deren eher diffusen, auf nebulöse Vollständigkeit gestellten Sammlungshorizont ab.", so in der Begründung der Entscheidung der AICA-Jury.
Weiter heißt es: "Obwohl die Erhellung künstlerischer und kultureller Zusammenhänge den Vordergrund bildet, hat sich das Museum Wiesbaden bei den Neuerwerbungen und dem Anbinden ständiger Leihgaben weitestgehend von ästhetischen Qualitätserwägungen leiten lassen und fast immer die Gefahr gemieden, kunsttheoretische Einsichten zu illustrieren.
Die inspirierende Sammlungsaktivität, die im Zentrum der Museumsarbeit steht und nicht als mehr oder minder lästige Nebentätigkeit behandelt wird, findet ihre überzeugende Ergänzung in einem pointierten und sorgfältig ausgewählten Ausstellungsprogramm. In diesem spielen die aktuellen Volatilitäten des Kunstmarkts keine Rolle.
Vielmehr orientieren sich die Ausstellungen wie der Zuschnitt der Sammlungen an ausschlaggebenden Fragen der Kunst der Moderne und erweitern und vertiefen die Perspektiven, die sich durch ihre bedeutsamen Werke abzeichnen. Die komplexen Beziehungen zwischen Kunstwerk und Wahrnehmung werden immer wieder thematisiert, wobei die sinnlichen und sinnenhaft erfassbaren Elemente und Zusammenhänge eine größere Aufmerksamkeit erfahren, als die vordergründig diskursiven."
Exemplarische Einzelausstellungen zeitgenössischer Kunst finden regen Zuspruch, Ankäufe aus diesen Ausstellungen sind die Regel, schon um den Gegenwartsbezug der Dauerausstellung zu erhalten. Die Jury bewertet die Museumsarbeit wie folgt:
"Das originelle und dichte Führungs- und Veranstaltungsprogramm hat systematisch das einheimische Publikum an die anspruchsvolle und nicht um populistische Effekte bemühte Museumsarbeit herangeführt, die inzwischen auch von ihm mit steigendem Erfolg getragen wird.
Das Museum Wiesbaden tritt den Beweis an, dass eine planvolle und durchdachte Information auf unterschiedlichen Ebenen und mit unterschiedlichen Mitteln langfristig die entsprechende Resonanz in der Öffentlichkeit erreicht, ohne im Markt der spektakulären Events mithalten zu müssen. Vorbildliche Kataloge und intensive Forschung sind wichtige Pfeiler dieser Museumspraxis."
Quelle: http://www.museum-wiesbaden.de
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