Straßenkinder in Istanbul

Bild von Gillermo Cordobani
Straßenkinder in Istanbul

Es mag vermessen erscheinen in Anlehnung eines großen Regisseurs und Fotografen wie Bernhard Wicki, dieses Bild hier in der Galerie zu zeigen. Jedoch begleitet mich sein Werk "zwei Gramm Licht" seit langer Zeit. Immer wieder begeistern und inspirieren mich seine kontrastreichen Bilder. Wobei mit digitaler Kamera ausgerüstet dies nur sehr schwierig nach zu vollziehen ist.

"Photographie ist immer Dokumentation. Wo sie uns am meisten angeht, begegnen wie in ihr uns selbst. Im Anderen. Werde ich einmal auch so sein? Warum teile ich nicht dieses Los? Warum habe ich hier nicht geholfen? Diese Fragen bedrängen uns. Photographie wird zur Dokumentation des Menschengeschlechtes. Sie macht unseren Planeten zu unserer aller Heimat, denn Heimat ist nur, wovon wir uns ein Bild machen können. Dokumente sagen aus, sie haben nicht vor uns zu bestehen, sondern wir vor ihnen, sie fragen, sie klagen an, sie zeugen vom Menschen, von seiner Furcht, von seiner Freude, von seinen Verstecken und Schleichwegen, von seiner Begierde, von seiner Einsamkeit, von seinem Können und von seinem Versagen. Sie erschüttern durch das, was sie aufzeigen. Wir sind ihnen ausgeliefert, und es ist nötig, dass wir uns ihnen ausliefern. Dem Blick der Kamera ist standzuhalten. Jeder kann knipsen. Auch ein Automat. Aber nicht jeder kann beobachten. Photographieren ist nur insofern Kunst, als sich seiner die Kunst des Beobachtens bedient. Beobachten ist ein elementar dichterischer Vorgang. Auch die Wirklichkeit muss geformt werden, will man sie zum Sprechen bringen. Das Wicki von diesen Zusammenhängen weiß, zeugen seine Bilder. Sie stellen einen Fischzug ins Menschliche dar, die Beute ist zeitig und zeitlos zugleich." (Friedrich Dürrenmatt)