Tausend Sekunden mit der Camera obscura

Bild von TK plus 07

Das Künstlerduo Hannelore Redlich und Dieter Osler stellen aus:

Vom 17. Mai bis 28. Juni 2008 präsentiert die Galerie Nieser unter dem Titel "Tausend Sekunden" zum dritten Male Schwarz-Weiß-Fotografien des Künstlerpaares Hannelore Redlich und Dieter Osler. Tausend Sekunden Belichtungszeit für ein einziges fotografisches Bild, und das bei hellstem Sonnenschein, oft sogar bei gleißendem Gegenlicht! Das wird man wohl für unmöglich halten, denn mitunter ist ein Bild ja schon bei einer Sekunde Belichtungszeit verdorben.

Die einzelnen Arbeiten des "Berlin-Projekts" sind jeweils Tausend Sekunden belichtet worden, und bei Benutzung einer Lochkamera verhindert der Schwarzschild-Effekt die völlige Schwärzung der fotografischen Schicht, so dass die Einzelheiten in voller Schärfe und guter Durchzeichnung wiedergegeben werden können.

Tausend Sekunden, eine lange Zeit, über sechzehn Minuten. Viel Zeit ist vergangen, nicht nur ein kurzer Moment wie bei einem Schnappschuss. Die Bilder sind "irgendwie anders", als man es sonst gewohnt ist, sie strahlen eine große Ruhe aus. Schnell nimmt man wahr, dass die großen Plätze, sonst voll von Menschen, ohne diese sind. Und die Wolken am Himmel, auch sie sind verschwunden. Fahrende Autos, Straßenbahnen, vorbeiziehende Flugzeuge ? sie alle hatten während der Tausend Sekunden die Zeit, durch das Bild zu huschen, ohne sich in ihm manifestieren zu können.

Eine Welt ohne Menschen ? nur manchmal erahnt man sie noch in ihren Schatten und Zivilisationsprodukten. Wird so das Bild der Welt in der Zukunft ausschauen, wenn denn die düsteren Zukunftsszenarien Wirklichkeit geworden sind?

Die Camera obscura, die Hannelore Redlich und Dieter Osler für ihre Aufnahmen verwenden, ist das Ur-Modell des Fotoapparates, Ein große Holzkiste mit einem kleinen Loch, durch das Licht auf einen Planfilm fällt, der genauso groß ist wie die Holzkiste. Die Kopie des Negativs auf Fotopapier erfolgt im Verhältnis 1,1. Die große Tiefenschärfe und Detailgenauigkeit der Aufnahmen sowie die besondere Lichtführung zeichnen ganz außergewöhnliche Szenerien und lassen die Landschaften fast surreal anmuten.

Im Rahmen seiner Lehrtätigkeit am Institut für ästhetische Bildung an der Universität Hannover beschäftigt sich Dieter Osler seit mehr als fünfundzwanzig Jahren mit der Camera obscura. Seit nunmehr sieben Jahren arbeitet Osler zusammen mit der Sozialpädagogin und Lehrerin Hannelore Redlich an verschiedenen Camera-obscura-Projekten in und über Hannover, Frankfurt, Casablanca, Rabat, München, Poznan, Hamburg u.a. eine Reihe der Negative wurde dabei auch für Edeldruckverfahren, insonderheit für Gummidrucke verwendet. Die Bildergebnisse dieser Arbeit wurden bisher in über dreißig Einzelausstellungen im In- und Ausland und bei vielen Ausstellungsbeteiligungen gezeigt. Arbeiten des Künstlerduos befinden sich in öffentlichem und privatem Besitz.
Redlich & Osler (DGPh)
Tausend Sekunden

Fotowerkstatt & Galerie Norbert Nieser
Große Falterstr. 31/3
70597 Stuttgart

Ausstellungsdauer 17. Mai bis 28. Juni 2008
Vernissage am 17. Mai 2008, um 20 Uhr

Öffnungszeiten der Ausstellungen

Mittwoch bis Freitag 15 bis 18.00 Uhr
Samstag 10 bis 13.00 Uhr

Pressebilder zum Herunterladen :
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