Tutzing – ist die Kultur- und Kunsterziehung noch ein Bildungsauftrag?

Bild von d´Or ange

 "Der herrliche Erleuchter" von Christian OrendtDas fragten sich die Tagungsteilnehmer in Tutzing – Wie ist der Zustand unserer Gesellschaft?

Die kulturelle Öffentlichkeit aber hat sich in den letzten Jahren verändert: Festivals und „Events“ prägen immer stärker das öffentliche kulturelle Geschehen und besorgte Stimmen sprechen vom Wandel der Sinngesellschaft in eine Erlebnisgesellschaft.

Titelbild: „Der herrliche Erleuchter - Die Vitrine - Schauraum für junge Kunst, Nürnberg,  Künstler: Christian Orendt

Soll sich der Kulturbetrieb darauf einstellen oder dieser Entwicklung eher entgegenstemmen? Die Notwendigkeit lebenslanger (kultureller) Bildung ist unbestritten, aber viele Bildungseinrichtungen (Konzertagenturen /Museen…) müssen um ihr Überleben kämpfen.

Brauchen sie andere Strategien, um finanzielle Ressourcen und Kunden zu sichern?

Und schließlich warnen Soziologen vor einer ständig wachsenden Gruppe von Menschen in unserer Gesellschaft, die ökonomisch den Anschluss verlieren und damit für Bildungs- und Kulturangebote gar nicht mehr erreichbar sind – was kann Kultur überhaupt noch bewirken, wenn unsere Gesellschaft sich so dramatisch verändert?

Quelle und weiterführende Informationen unter: http://www.ev-akademie-tutzing.de/ http://www.kupoge.de/tagungen/090213_tutzing.pdf

Ist - Zustand:

Der Kauf einer Theaterkarte ist teuer, der Besuch einer Opernaufführung kostet ebenfalls nicht wenig Geld und auch die Teilnahme an einer Akademietagung ist nicht zum Nulltarif zu haben. Mehrmalige Museumsbesuche für eine junge vierköpfige Familie sind fast unbezahlbar. Für „Bildung und Kultur“ muss der Bundesbürger meist tief in seine Tasche greifen. Darüber hinaus wächst die Altersarmut erheblich, auch die Steuerlasten steigen, die Gesundheitskosten nehmen zu, doch die Renten sinken, Löhne und Gehälter auch.

Eine ständig wachsende Gruppe von Menschen verliert ökonomisch den Anschluss an Kultur- und Bildungsangebote und ist für diese Offerten gar nicht mehr erreichbar.

Wer kann sich in unserer Gesellschaft überhaupt noch Kultur- und Bildungsangebote leisten?

Brauchen sie andere Strategien, um finanzielle Ressourcen und Kunden zu sichern?

Was kann Kultur überhaupt noch bewirken in einer Gesellschaft, die sich so dramatisch verändert?

Diskussionsthema an das Forum:

• Wozu brauchen wir Kultur?

• Kultur und Kunst für wen?

• Nur noch Kunst für Sammler und Zocker?

• In Zukunft amerikanische Verhältnisse – mehr als 80% Kultursponsoring?

• Ist die Kunsterziehung im Vorschulalter und in Grundschule noch erwünscht?

• Welcher Künstler/innen setzen sich unmittelbar noch mit den Leitbildern der Nachhaltigkeit und den soziakritischen Themen auseinander?

• Findet in den Kommunen eine Einbindung mit kulturellen Leitbildern und Aktivitäten überhaupt noch statt?

Wir hoffen auf eine rege Diskussionsbeteiligung. Ihre Meinung ist gefragt!

 

Künstler: Christian Orendt

Ausbildung
2001 - 2005 Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
2005 Meisterschüler bei Prof. Michael Munding
2002 - 2006 Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (Philosophie)
2006 - 2008 Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Preise und Förderungen

2003 Förderpreis der Stadt Coburg für bildende Kunst
2006 Debütantenpreis des Freistaates Bayern
2008 Projektförderung der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

Veröffentlichungen (Auswahl)
2006 Da kommt man eher drüber weg als drumherum
Nürnberg 2006, Verlag für moderne Kunst Nürnberg
2007 Unser kleiner geteilter Himmel
Nürnberg 2007, Herausgeber: Kunstverein Kohlenhof Nürnberg
2008 Allein der Gedanke zählt
Münster 2008, Herausgeber: AdBK Münster / Wewerka Pavillon
2009 Es ist nicht schlimm, ein Gott zu sein
Nürnberg 2009, Verlag für moderne Kunst Nürnberg