
An der Fassade der Orangerie wurde das Bild (Porträt von F.Rückert) von Béla Faragó vier mal vier Meter große Acrylarbeit auf Kunststoffplane kurzerhand nach selbstherrlichem Beschluss des Veranstalters der Friedrich -Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in die Baumwipfeln des Schlossgartens verbannt.
Kurz vor der Eröffnung hing das Kunstwerk von Béla Faragó noch, wie im Ausstellungskatalog dokumentiert und von der Jury festgelegt, an dem rückwärtigen Eingang der Orangerie des Schlossparks. Wie uns der Künstler mitteilte, wurde auf Anweisung des Veranstalters - Universitätsrektors Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske-, das markante Porträt von F. Rückert als störendes Kunstwerk aus dem Gesichtsfeld der kommenden Veranstaltung „Erlanger Prominentenfest“ im Schlossgarten entfernt.
Gegen den Widerstand des Künstlers und mit juristischer Androhung, wurde versucht, den Künstler Béla Faragó so einzuschüchtern, das Werk dort fliegen zu lassen, wo es jetzt nach Meinung des Veranstalters hingehört. Er sollte sich auch hüten, die Presse einzuschalten, wie uns Béla Faragó berichtete.
NN Pressebericht vom 24.06.2008 siehe:http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=837981&kat=27&man=3
Béla Faragó besteht nun darauf, dass sein Kunstwerk sofort wieder an seinen ursprünglichen Platz zurückkehrt, andernfalls werde er das Rückert-Porträt aus der Ausstellung entfernen.
Nach Aussage des Künstlers wird das Bild am 25.06 gegen 18:00 aus der Kunstausstellung mit eigener Kraft und Geräten demontiert und entfernt.
Freiheit in der Kunst, ist noch immer die Grundvoraussetzung einer demokratischen Gesellschaftsordnung, auch in Erlangen in einer Universitätsstadt mit Siemens-Kultur.
Flying ART – sollte man sehen, um sich ein Urteil bilden zu können.
Foto: tkplus 07
Kommentare
ohne Worte!
Derzeit werden von 22 Künstlern unter dem Motto „bewegte Kunst“ im Erlanger Schlossgarten fliegende (bewegte) Kunstobjekte gezeigt.
Welche Künstler?
Wir finden nur Hauptsponsoren und Nebensponsoren – ohne Worte: siehe weitere Sponsoren-Informationen unter http://www.bewegtekunst.de/
Missbrauch von Kunst und Künstlern?
"Bewegte Kunst", die Präsentation zur Ausstellung http://www.bewegtekunst.de/ topt superlativ die Plattheit im Norden Deutschlands.
Die Ökonomie (Sponsoring) in der Kunst präsentiert sich hier im Kleide der kreativen Imagebildner (Veranstalter) wie im Märchen Hans Christian Andersens.
"Des Kaisers neue Kleider" sind so offenkundig für ein wahrnehmendes Kunstpublikum zu erkennen: Die Ökonomie und deren Imagebildner stehen nackt und blamieren sich öffentlich. Lächerlich für die Betrachter, peinlich für die bloß (bloßgestellten) "Mächtigen", die es spüren sollten.
Wenn doch nur ein bisschen Lorbeerblatt erkennbar wäre, dass dem Wert der Kunst seinen Raum ließe! Leider finde ich es nicht... oder ist auch nichts darunter?
Möglicherweise haben die Künstler ja solche Honorare bekommen, dass sie Ihre Wertschätzung daraus beziehen können. Wenn nicht, käme eine solche Veranstaltung schon einem Missbrauch von Kunst und Künstlern gleich.
Für diesen Fall: Liebe selbstständige Künstler, werdet Eurem Wert doch endlich selbst bewusst!
Veranstalter und Sponsoren auffliegen zu lassen, bewegt die Kunst auch.
Grüße aus dem Norden
Schweigen in der Kunst - Aussageverweigerung
Aus der Seele gesprochen!
Vieles wird - auch von den Künstlern - nicht aufgedeckt, totgeschwiegen und unter den Teppich gekehrt.
Es sollte doch bald mal möglich sein, dass ein Ruck, eine Protestwelle durch tradierte Künstlerausnutzung in die Künstlerwelt schwappt.
Béla Faragó hat begonnen: Die Arbeit wurde von ihm eigenhändig wie geplant aus der Ausstellung entfernt.
Wo bleibt bei den Kunstschaffenden die gegenseitiger Hilfe und das Eintreten für einander.
Vision: „22 Künstler setzen Akzente in Erlangen und schreiten gemeinsam gegen die Willkür der Geldmacht ein: Alle Kunstwerke werden aus der Kunstausstellung entfernt“. Leider nur eine Vision!
Dazu kommt noch, wie uns der Künstler mitteilte, dass keiner der teilnehmenden Künstler ein Honorar oder mindestens einen Kostendeckungsbeitrag für seine künstlerische Arbeit erhalten hat.
Die hohe Akzeptanz der Haupt- und Nebensponsoren sowie der Aufmarsch der Kunstsponsorenelite, lässt nicht Gutes ahnen. Man kann davon Ausgehen, dass mindestens ein Betrag von mehr als 30.000,- Euro für die Ausstellung “bewegte kunst“ bereitgestellt wurde.
Ohne Künstlerhonorar ist die Frage erlaubt, welche Mittel für was verwendet wurden? – Goldene Kataloge? Gelder für die Baumbeleuchtung? Schauspielkunst?
Seltsam ist auch, dass keine öffentliche Kultureinrichtung bei dieser Kunstausstellung eingebunden wurde. Eigentlich Gott sei Dank - damit sind wenigstens keine Steuergelder verschwendet worden.