Who killed the painting? Überraschende Kunstausstellung in Nürnberg!

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Neues MuseumAbseits von den großen Kunstevents Kandinsky in München, Koons in Berlin und Hirst in Amsterdam, aber nicht weniger interessant, zeigt erstmalig nach langer Durststrecke das Neue Museum in Nürnberg respektable und kritisch zeitgenössische Objektkunst.

Die Sonderausstellung präsentiert sich mit mehr als 90 Werken aus der Kunstsammlung von René Block. Künstlernamen wie Erkan Özgen, Ayse Erkmen, Gülsün Karamustafa, Olaf Metzel spannen einen weiten Bogen moderner Objektkunst im Neuen Museum. Die Vielfältigkeit und zahlreichen Überraschungen zeichnen die Ausstellung aus.

René Blocks Interessen konzentrieren sich auf die Kunst der so genannten Peripherie, also die Kunst abseits der etablierten Zentren. Diese Sammlung „künstlerischer Randgebiete“ Blocks steht im Mittelpunkt des Neuen Museums, das zu einer teilweise ernsten und nachdenklichen Entdeckungsreise in die Türkei, auf den Balkan und nach Skandinavien einlädt. Besondere Schwerpunkte der Ausstellung sind das Thema Migration, kulturelle Identität, Konflikte in unserer Gesellschaft und die Rolle der Frau.

In der Eingangshalle des Neuen Museums wird die Installation „Trennen Mithören“ des Künstlers Olaf Metzel aus der Sammlung Reneé Block präsentiert, der 2006 in Nürnberg großes Aufsehen durch seine Verhüllung des schönen Brunnens mit Fußballsitzen erregte. Die Anhäufung von Kommunikationssystemen, die im ersten Anschein vermuten lassen, eine wahrlose Ansammlung von Telefonapparaturen wie auf einer Mülldeponie zu sein, entpuppt sich als außergewöhnliches Kunstwerk. Metzel brachte mit dieser Arbeit bereits im Jahre 1988 seinen Widerstand gegenüber dem Überwachungsstaat zum Ausdruck. Belauschen und Abhören ist nicht mehr möglich durch die Trennung der Apparatur von den Kommunikationsleitungen. Diese Kunstwerk besitzt heute, mehr denn je an Aktualität und erinnert an den Roman „1984“ von George Orwell.

Ein besonderes Lob gilt der Museumsleitung, die mit Kurzbeschreibungen in einem Begleitheft die teilweise sehr schwer interpretierbaren Kunstwerke durch die Ausstellung führt. Eine gelungene Aktion, die die Ausstellung zu einem interessanten und anregenden Erlebnis gestaltet.

Ein Besuch ist sehr empfehlenswert!

Ausstellung 31. Oktober 2008 bis 25. Januar 2009 Neues Museum - Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg Klarissenplatz, D-90402 Nürnberg

Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag: 10 - 20 Uhr Samstag, Sonntag: 10 - 18 Uhr Montags geschlossen

Weiterführende Informationen unter: http://www.nmn.de/

Kommentare

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Wandel im „Neuen Museum“ in Nürnberg?

Das Interesse an zeitgenössischer Kunst ist gestiegen. Auch die öffentliche Diskussion über ihre zukünftigen Aufgaben hat in den letzten Jahren eher zu- als abgenommen. Gleichwohl hat die Kommerzialisierung und die Event-Gesellschaft vor ihnen nicht Halt gemacht. Das sollte zwangsläufig zu Anpassungen führen, die das Kunstmuseum von seinen angestammten Aufgaben entfernt.
Außerdem erhalten die Museen durch die neuen Medien nicht zu unterschätzende Konkurrenz. Die Anzahl der virtuellen Kunstmuseen nimmt ebenso zu wie die Anzahl derer, die Kunstwerke zuerst als digitalen Bildsatz kennen lernen.

Das Neue Museum in Nürnberg hat nun hoffentlich eine neue Bestimmung erhalten. Es wird damit ein Museum, das den Besuch zu einem Erlebnis lassen wird, zum Schlendern und Staunen, zur Besinnlichkeit und zum Lernen einlädt und damit eine große Anziehungskraft ausübt. Zudem stellt dieses Ausstellungskonzept der „lebendigen” Anschaulichkeit eine für diese Zeit neue Präsentationsform dar.

Die schwierige Aufgabe, die vielfältigen Sammlungen aus unterschiedlichsten Disziplinen in dem neuen Museum zu vereinigen, sollte mit einer zentralen, innovativen Idee der Anordnung der Objekte noch mittelfristig lösbar sein.